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Insulin

Insulin - halb so schlimm

Der größte Teil der Typ-2-Diabetiker ist übergewichtig, und die meisten von ihnen benötigten überhaupt keine Medikamente – keine Tabletten und schon gar kein Insulin. Stattdessen sollten sie kräftig abnehmen und ihr Normalgewicht erzielen.

Was passiert im Körper?

Bei einem normalgewichtigen Typ-2-Diabetiker mit vernünftiger Ernährung produziert die Bauchspeicheldrüse noch für eine lange Zeit so viel Insulin, dass es ausreicht, den Körper zu versorgen. Bei Übergewicht aber reicht das vorhandene Insulin nicht mehr aus, denn das mit dem Übergewicht in Verbindung stehende vermehrte Fettgewebe verursacht eine so genannte Insulinresistenz. Das bedeutet: Die Bauchspeicheldrüse muss ständig mehr Insulin produzieren, als bei Normalgewicht nötig wäre. Das Resultat daraus: Sie wird vorzeitig erschöpft. Die Insulinproduktion lässt im Laufe der Zeit immer mehr nach.

Um den Blutzucker auf einem akzeptablen Niveau zu halten, benötigt der Typ-2-Diabetiker schließlich Medikamente, welche die Bauchspeicheldrüse zu weiterer Insulinbildung anregen - Antidiabetika in Form von Tabletten. Das kann Jahre gut gehen, oft bis ans Lebensende – oder aber die Bauchspeicheldrüse stellt irgendwann ihre Insulinproduktion ein.

Keine Angst vor der Spritze

Ohne das Hormon Insulin kann der Mensch bekanntlich nicht leben, denn nur mit seiner Hilfe werden die zu Glukose (Traubenzucker) abgebauten Kohlenhydrate in die Zellen eingeschleust. Fehlt Insulin, würde der Blutzucker schnell auf gefährliche Höhen ansteigen und den Körper "vergiften". Um dem zu entgehen, müssen sich auch Typ-2-Diabetiker mit kaum noch vorhandener eigener Insulinproduktion zusätzlich zu ihren Tabletten täglich Insulin spritzen.

Häufig reicht dazu eine Injektion am Tag – entweder morgens oder abends. Richtig gelernt, ist Insulin-Spritzen gar nicht schlimm. Und es ist auch kein Merkmal für die Schwere des Diabetes, wenn gespritzt werden muss. Es kommt vielmehr darauf an, ob der Stoffwechsel auf Dauer gut eingestellt werden kann. Leider gibt es bis heute noch keine Möglichkeit, Insulin zum Beispiel als Tablette dem Körper zuzuführen. Da Insulin ein Eiweißkörper ist, würde es durch die Verdauungssäfte in Magen und Darm in seine Bestandteile zerlegt. Es käme also gar nicht erst in die Blutbahn. Aus diesem Grund muss es gespritzt werden.

Verschiedene Insuline – unterschiedliche Wirkungsdauer

Normalinsulin wirkt schnell und kurz, ähnlich dem aus der Bauchspeicheldrüse abgegebenen Insulin. Es wird auch als Altinsulin, kurz wirkendes, schnell wirkendes, Essenz- oder Bolus-Insulin bezeichnet. Normalinsulin kann mit Verzögerungsinsulin in einer Spritze gemischt werden – allerdings nicht mit solchen, die Zink enthalten!

Verzögerungsinsulin enthält einen Bestandteil, der dafür sorgt, dass das Insulin nur langsam ans Blut abgegeben wird. Verzögerungsinsulin wird auch als Intermediär- oder Langzeitinsulin bezeichnet.

Mischinsulin besteht aus einer festen Mischung von Normal- und Verzögerungsinsulin. Die Firmen bieten eine breite Palette fertiger Mischungen in verschiedenen Mischungsverhältnissen an. Das Mischungsverhältnis wird dabei als Zahl nach dem Namen angegeben. So enthält zum Beispiel das fertige Mischinsulin Actraphane HM 30/70 30% Normalinsulin und 70% Verzögerungsinsulin.

Normalinsulin

  • Wirkungseintritt nach 10-15 Minuten
  • stärkste Wirkung nach 1-2 Stunden
  • Wirkdauer ca. 4-5 Stunden

Verzögerungsinsulin

  • Wirkungseintritt nach 90 Minuten
  • stärkste Wirkung nach 4-6 Stunden
  • Wirkdauer ca. 10-12 Stunden

Anhand der Essgewohnheiten und der gemessenen Blutzuckerwerte sucht der Arzt das geeignete Insulin individuell für jeden Diabetiker aus. Dabei ist ein einmal empfohlenes Schema niemals ein starres, der Insulinbedarf kann sich verändern.

So steigt der Insulinbedarf bei akuten Erkrankungen (besonders bei Fieber) oder bei Gewichtszunahme (auch durch Medikamente, z.B. Kortison). Andererseits sinkt der Insulinbedarf bei Gewichtsabnahme und bei körperlicher Bewegung.

Wenn Probleme auftreten oder Ihre selbst ermittelten Blutzuckerwerte unbefriedigend sind, reden Sie auf jeden Fall umgehend mit Ihrem Arzt.
Wenn Sie Fragen zur richtigen Spritztechnik oder zur Lagerung und Handhabung Ihres Insulins haben oder Ihre Ernährung umstellen wollen, beantwortet Ihnen Ihr Apotheker gern diese Fragen, berät Sie oder übt mit Ihnen das richtige Spritzen.