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Schwanger

Schwangerschaftsdiabetes oder Diabetes in der Schwangerschaft - gut informiert ist die Hauptsache!

Grundsätzlich wird einmal zwischen dem Diabetes, den man aufgrund einer Schwangerschaft bekommt, und dem Diabetes, der schon vor der Schwangerschaft besteht, unterschieden. Beide Formen benötigen eine intensive Kontrolle und differenzierte Aufklärung der Patientin, denn auch, wenn die Zuckerkrankheit gut einzustellen ist, ist das Risiko einer Schwangerschaftskomplikation erhöht.

Dazu gehören z.B. eine erhöhte Fehlgeburtsrate, kindliche Missbildungen, Frühgeburt, Plazentainsuffizienz usw. Ein großes Problem stellt die so genannte fetale Makrosomie dar. Das Kind ist in diesem Fall deutlich größer und schwerer als normale Kinder und kann bei der Geburt locker über 4000g wiegen. Diese Fetopathia diabetica ist Folge ständig zu hoher Blutzuckerwerte der Mutter, denn durch diese Hyperglykämie wird die kindliche Bauchspeicheldrüse so stimuliert, dass sie zuviel Insulin produziert und somit zu einer vermehrten Fetteinlagerung führt. Trotz der äußerlich bestehenden Reife des Fetus kommt es jedoch zu einer verzögerten Organreifung und damit z.T. zu einem Atemnotsyndrom.

Das ist natürlich kein Grund, direkt Panik zu bekommen und von einer Schwangerschaft abzusehen – jedoch sollte man darauf achten, den Blutzucker im Blick zu haben. Eine gute Stoffwechseleinstellung ist das A und O, denn bei exakter Kontrolle können diese Komplikationen meist vermieden erden. Idealerweise sollte bei Diabetikerinnen die Schwangerschaft geplant sein, das heißt, eine Empfängnis sollte nur bei normnaher Blutzuckereinstellung stattfinden, um das Risiko von Komplikationen möglichst niedrig zu halten.

Der Schwangerschaftsdiabetes

In bis zu fünf Prozent aller Schwangerschaften kommt es zu einer hormonell bedingten Zuckerkrankheit. Weil das ein nicht gerade seltenes Ereignis darstellt, wird spätestens in der 24. bis 26. Schwangerschaftswoche ein regelmäßiges Screening durchgeführt, z.B. mit Hilfe eines oralen Zuckerbelastungstests. Ist tatsächlich ein Diabetes festzustellen, ist das weitere Vorgehen kein Grund, direkt Insulin spritzen zu müssen. In den meisten Fällen reicht es aus, eine sorgfältige Diättherapie durchzuführen. Genauere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Arzt.

Falls eine Diät allein nicht ausreicht, muss jedoch mit Insulin behandelt werden, da die oralen Antidiabetika in Form von Tabletten auf den Fetus eine schädigende Wirkung haben und auf keinen Fall benutzt werden dürfen.
Nach der Geburt besteht bei den meisten Schwangeren der Diabetes nicht weiter. Allerdings besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, in den nächsten Jahren an einem Diabetes Typ-2 zu erkranken.

Diabetes in der Schwangerschaft

Unter Diabetes in der Schwangerschaft versteht man den schon vor der Schwangerschaft bestehenden Diabetes. So wie sonst auch, muss zwischen einer Diabetikerin Typ 1 oder Typ 2 unterschieden werden – wobei man natürlich erwähnen muss, dass ein Diabetes Typ 2 nicht ganz so häufig ist, weil er sich oft erst in späteren Lebensjahren manifestiert.

Wie oben schon dargestellt, muss dann aufgrund der schädlichen Wirkung der oralen Diabetestherapie auch eine intensivierte Insulintherapie angestrebt werden. Nach Feststellung einer Schwangerschaft sollten über die ganze Schwangerschaft zwei- bis vierwöchentliche ambulante Kontrollen einschließlich HbA1c-, Urin- und Blutdruckkontrolle erfolgen sowie in jedem Drittel der Schwangerschaft eine Kontrolle des Augenhintergrundes.

Die Insulintherapie wird nach den bekannten Prinzipien als intensivierte Therapie oder Pumpentherapie durchgeführt. Die Blutzucker-Selbstkontrolle sollte jedoch häufiger erfolgen, nämlich vor jeder Mahlzeit und eine bis eineinhalb Stunden nach jeder Mahlzeit, also mindestens sechs bis acht Mal täglich. Als Zielwerte gelten Nüchtern-Blutzucker unter 90 mg% und eine Stunde nach den Hauptmahlzeiten unter 120 mg%, der HbA1c-Wert sollte idealerweise unter 5,5% liegen.

Im Schwangerschaftsverlauf ist außerdem darauf zu achten, dass in der Frühschwangerschaft der Insulinbedarf erniedrigt ist, so dass die Gefahr einer Hypoglykämie (zu wenig Zucker) größer ist. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ist der Blutzucker in der Regel wesentlich stabiler als in der Nicht-Schwangerschaft und leichter einstellbar. Aufgrund der zunehmenden Insulinresistenz kann der Insulinbedarf um ca. 30 bis 50 Prozent ansteigen. Die Entbindung sollte bei den geringsten Komplikationen in einer Klinik mit perinataler Maximalversorgung und angeschlossener Kinder-Intensivstation erfolgen.