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Verstopfung

Wenn die Verdauung nicht mehr mitspielt

Die Stuhlgewohnheiten der Menschen sind so unterschiedlich wie ihre Wohnzimmereinrichtungen. Als Faustregel gilt, dass das große Geschäft mehr als drei Mal pro Woche erfolgen sollte.

Bei einer Stuhlfrequenz von seltener als drei Mal pro Woche kann man von Verstopfung oder Obstipation sprechen. Sehr viele Menschen leiden unter einer chronischen, lang anhaltenden Verstopfung. Immerhin gehen 12 Prozent der Menschen im Jahr wegen Verstopfung zum Arzt. Weil nur wenige Menschen wegen einer Obstipation ärztlichen Rat suchen, ist die Zahl der tatsächlich Betroffenen wahrscheinlich sehr viel höher.

Risikogruppen

Betroffen sind häufig Frauen (insbesondere Schwangere), Kleinkinder und ältere Menschen. Die Betroffenen leiden häufig unter Völlegefühl und allgemeinem Unwohlsein. Der Bauch kann angeschwollen sein. Häufig ist der Stuhlgang dann schwierig und oft schmerzhaft.

Bei vielen entsteht auch ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung. Das ist den Betroffenen oft sehr unangenehm, weil sie denken, dass dies zu einer "Selbstvergiftung" führt. Diese Auffassung ist unhaltbar und beruht auf dem "Igitt-Gefühl", das viele immer noch mit dem Stuhlgang verbinden.

Akute Verstopfung – sofort zum Arzt!

Völlig anders sieht es aus, wenn ein Mensch, der normalerweise einen geregelten Stuhlgang hat, plötzlich nicht mehr auf die Toilette gehen kann. Meist steckt nur eine Änderung der Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten dahinter. Die Beschwerden ähneln denen der chronischen Verstopfung und lassen bald von allein nach.

Setzen die Beschwerden aber akut mit heftigen Schmerzen, angeschwollenem Bauch, Erbrechen von Kot und Schock ein, sollten die Alarmglocken läuten. Dahinter könnte sich zum Beispiel ein akuter Darmverschluss verbergen. Dieser Patient gehört schnellstens ins Krankenhaus.

Kann auch chronische Verstopfung gefährlich werden?

Chronische Verstopfung kann verschiedene gesundheitliche Folgen haben. Durch den harten Stuhl und übermäßiges Drücken können Hämorrhoiden oder Schleimhautrisse am Darmausgang entstehen oder verschlimmert werden.

Durch starkes Pressen beim Stuhlgang kann es auch zum so genannten Rektumprolaps kommen. Dabei rutscht ein Teil des Mastdarmgewebes durch den After nach aussen. In den meisten Fällen gleitet er aber wieder zurück oder kann mit dem Finger zurückgeführt werden. Bleibt der Rektumprolaps aber bestehen oder tritt er häufiger auf, ist möglicherweise eine Operation die einzige Therapie.

In manchen Fällen kann eine hartnäckige Verstopfung dazu führen, dass sich Kotsteine bilden. Diese gehen oft nicht mehr von allein ab und müssen von einem Arzt entfernt werden. Durch den erhöhten Druck im Darm kann es zu Ausstülpungen der Darmwand kommen. Das Risiko, dass eine Entzündung von Divertikeln im Darm entsteht, ist bei chronischer Verstopfung erhöht.

Welche Ursachen kann eine Verstopfung haben?

Die bei weitem häufigste Ursache für Verstopfung ist eine Ernährung, die arm an Ballaststoffen und Wasser ist und reich an Fett und Zucker. Zu viel Fleisch, Käse, Eier, Süßigkeiten und Weißbrot lassen den Darm immer träger werden.

Ballaststoffe sind äußerst wichtig für die Verdauung. Sie quellen im Darm auf und machen den Stuhl weich und gleitfähig. Allein durch das Volumen wird die Darmtätigkeit angeregt. Doch wenn man zu wenig trinkt, nützen auch die besten Ballaststoffe nicht viel, weil nicht genügend Flüssigkeit zur Verfügung steht, um sie aufquellen zu lassen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der zur Obstipation beiträgt, ist Bewegungsmangel. Der Verdauungsspaziergang bringt die Verdauung in Schwung.

Viele Menschen schaffen sich ihre chronische Verstopfung selbst. Das kann der Fall sein bei Menschen, die peinlich genau auf Sauberkeit achten. Wenn dann der Stuhldrang kommt und nur eine fremde "unsaubere" Toilette zur Verfügung steht, wird der Drang oft unterdrückt. Die Abneigung, eine fremde Toilette zu benutzen, kann so groß sein, dass diese Menschen tagelang ihren Stuhldrang unterdrücken, nur weil er immer zur "unpassenden" Zeit erfolgt. Ähnlich verhält es sich mit denen, die auf Grund von Stress den Toilettengang oft verschieben und dann später versuchen, ihn zu erzwingen.

Seltener sind aber Medikamente für die Verstopfung verantwortlich. Viele Kreislaufmedikamente, Opiate, Antiparkinsonmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel können zu Obstipation führen. Viele wissen nicht, dass Abführmittel bei Dauergebrauch selbst zu Verstopfung führen.

Selten ist die Verstopfung aber ein Symptom einer schweren organischen Erkrankung. Darmpolypen oder Divertikel können den Darm verengen. Auch nach einem Schlaganfall oder bei der Zuckerkrankheit kommt es manchmal zu Obstipation.

Abführmittel und ihre gefährlichen Nebenwirkungen

Wer über einen langen Zeitraum ohne ärztliche Betreuung Abführmittel, Laxantien, einnimmt, kann ernsthafte Folgeschäden erleiden. Lokale Beschwerden wie Analveränderungen und -fissuren können die Folge sein. Doch auch anatomische Darmveränderungen wie Nervenveränderungen und Verdünnung der Darmwand sind nicht selten. Durch den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kann es zu Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen kommen.

Was Sie selber tun können

Hat sich eine Verstopfung eingestellt, dann können Sie selbst einiges tun, damit es Ihnen und Ihrem Darm wieder besser geht. Wichtig ist, dass Sie nicht sofort zu einem Abführmittel greifen.

Am nachhaltigsten wirkt eine Umstellung ihrer Ernährung auf Faser- und ballaststoffreiche Kost. Das ist nicht nur für Ihren Stuhlgang, sondern für die Gesundheit Ihres gesamten Körpers wichtig.

Außerdem sollten Sie folgendes beachten:

  • Trinken Sie viel! Ihr Körper braucht täglich bis zu zwei Liter Wasser.
    Das macht auch ihren Stuhl weich und geschmeidig.
  • Regelmäßige Bewegung hilft dem Darm auf die Sprünge. Schon ein täglicher
    Spaziergang von einer halben Stunde wirkt sich positiv auf Ihren Stuhlgang aus.
  • Vermeiden Sie Stress, und erlernen Sie Entspannungstechniken.
  • Omas Hausmittel Sauerkraut und auch Sauerkrautsaft, Feigen und
    Trockenpflaumen wirken abführend. Tipp: weichen Sie Pflaumen ein und essen Sie diese dann mit etwas Joghurt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nicht immer muss eine Verstopfung zu gefährlichen Komplikationen führen. Sie sollten zum Arzt gehen, wenn

  • Sie Blut im Stuhl feststellen
  • noch andere Beschwerden hinzukommen
  • Verstopfung und Durchfall abwechselnd auftreten
  • die Verstopfung trotz Ihrer Bemühungen weiter besteht

Der Arzt wird feststellen, welche Ursachen ihre Verstopfung hat. Als erstes wird die zugrunde liegende Erkrankung behandelt, wenn Ihre Verstopfung das Symptom für eine andere Erkrankung ist. Gleichzeitig wird Ihr Arzt mit Ihnen eine für Sie geeignete Therapie der Verstopfung besprechen. Dabei können auch Abführmittel unterstützend eingesetzt werden.