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Knoblauch

Knoblauch – Zum Himmel stinkende Details

In der Geschichte der Volksheilkunde gibt es kaum ein Leiden, gegen das Knoblauch nicht schon mit Erfolg eingesetzt wurde. Manche Legenden behaupten sogar, dass er gegen die Pest, Tollwut oder Schlangenbisse helfen würde. Sich hundertprozentig darauf zu verlassen oder etwa sein linkes Bein darauf zu verwetten, sollte man aber besser nicht tun.

Etwas weiter verbreitet ist seine Verwendung bei bestimmten Wurmerkrankungen. Darüber hinaus senkt Knoblauch den Cholesterinspiegel und den Blutdruck, hilft bei Venenleiden und Krampfadern, lindert Hämorrhoidalbeschwerden und soll allgemein Alterungsprozessen vorbeugen. Selbst bei Ischias, Zahn- und Ohrenschmerzen und, äußerlich angewendet, als letztes Mittel bei hartnäckigen Hautausschlägen soll Knoblauch in Einzelfällen schon geholfen haben.

Seine Heilwirkungen sind schon seit ewigen Zeiten bekannt, fast alle berühmten Ärzte wie Hippokrates, Paracelsus oder Hildegard von Bingen haben die Qualitäten des Knoblauchs gerühmt. Seit den achtziger Jahren ist sein Ansehen auch bei uns wieder gestiegen, die Weltproduktion hat sich nahezu verdoppelt.

Der gespaltene Lauch

Biologisch gesehen gehört der Knoblauch, Allium sativum, zur Gattung Lauch, Allium, und wird der Familie der Liliengewächse zugeordnet. Seine Heimat liegt in Zentralasien. Im Mittelmeerraum kommt er auch wild vor.

Das althochdeutsche Wort "clofolauh" heißt soviel wie gespaltener Lauch. Gemeint ist damit wohl die eiförmige Hauptzwiebel, um die herum sich die gekrümmten, abtrennbaren Nebenzwiebeln, die Knoblauchzehen, gruppieren.

Aus dieser im Boden wachsenden Knolle treibt ein bleistiftdicker, runder Stengel, der etwa einen Meter lang werden kann. Im unteren Teil trägt er mehrere zugespitzte, grüne Blätter. An der Stengelspitze bildet sich in den Monaten Juli oder August eine Dolde mit rötlich-weißen Blüten.

Im Spätsommer, wenn die Blätter ausgetrocknet sind, ist Erntezeit. Knoblauchzwiebeln und -kraut werden dann traditionell büschelweise zu Zöpfen geflochten und so zum Trocknen aufgehängt.

Natürliches Insektizid

Als wichtigste Heilsubstanz betrachtet die Wissenschaft das Allicin, das erst nach dem Anschneiden durch die Aktivität des Enzyms Alliinase aus dem geruchlosen Allicin entsteht. Man nimmt an, dass Allicin die Pflanze auch vor Schädlingsbefall schützt.

In der Biolandwirtschaft wird Knoblauch zwischen die anderen Pflanzen gesetzt. Dadurch werden auch die umliegenden Pflanzen vor Schädlingen geschützt, und es müssen keine Insektizide versprüht werden.

Altbewährte Heilpflanze

Unter Sauerstoffeinfluss bilden sich aus Allicin verschiedene Schwefelverbindungen, darunter auch Diallyldisulfid, das primär für den charakteristischen Knoblauchgeruch verantwortlich ist. Es wandert rasch ins Blut und wird über Lunge und Haut abgeatmet. Die gefürchtete "Knoblauchfahne" stammt also nicht aus dem Magen. Deshalb verursachen auch Knoblauchpillen einen, wenn auch geringeren, Körpergeruch.

Allicin wirkt antibakteriell, was den jahrhundertelangen Gebrauch des Knoblauchs gegen Magenbeschwerden und Darmleiden wie Durchfall, Ruhr und Typhus erklärt. Dass Knoblauch Bakterien abtötet, wies Louis Pasteur bereits 1858 nach. Auch Atemwegserkrankungen sprechen erfahrungsgemäß gut auf Knoblauch an.

Weitere Umwandlungsprodukte des Allicins, die Ajoene, finden sich bevorzugt in Ölauszügen. Sie wirken gerinnungshemmend und behindern somit die Blutverklumpung in den menschlichen Gefäßen. Dadurch und durch seine cholesterinsenkenden Eigenschaften wirkt Knoblauch der allgemeinen Gefäßverkalkung entgegen.

Von Vitamin A bis Selen

Die zahllosen therapeutischen Effekte des Knoblauchs gehen aber nicht allein auf die zahlreichen Schwefelverbindungen zurück. Die Vitamine A, B, C, D, E und K, Hormone, Fermente, Flavonoide sowie Aroma- und Mineralstoffe sind auf vielerlei Weise an der Gesamtwirkung beteiligt.

Bemerkenswert ist die hohe Konzentration des Spurenelements Selen, das für die Immunabwehr und die Entgiftung bedeutsam ist. Auch das seltene Germanium kommt in Knoblauch reichlich vor. Es kann die Produktion der körpereigenen Fresszellen anregen und soll gemeinsam mit den Antioxidantien Vitamin C und Provitamin A auch das Wachstum von Krebs hemmen. Untersuchungen an Tieren legen diese Vermutung zumindest nahe.

Die Knoblauch-Therapie

Nur bei regelmäßiger Einnahme über einen längeren Zeitraum sind therapeutische Effekte zu erwarten. Allgemein sollen diese bei standardisierten Knoblauch-Kapseln oder -Dragees nicht schlechter sein als bei frischen Zehen. Kapseln haben aber den Vorteil, dass sie eine geringere "Fahne" verursachen. Nebenwirkungen sind bis heute keine bekannt geworden.