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Jetlag

Beim Jetlag dreht die innere Uhr durch

Wenn Sie nicht schon vorher urlaubsreif waren, sind Sie es spätestens nach dem nicht enden wollenden Flug. Bei Fernreisen kann die innere Uhr nicht mit der Geschwindigkeit des Flugzeugs mithalten. Der Körper tickt noch tagelang nach der heimatlichen Uhr. Selbst wenn Sie gerade gefrühstückt haben und ein Blick auf die örtliche Uhr erst den Anfang eines erlebnisreichen Tages verspricht, ist daheim Schlafenszeit.

Trotz der räumlichen Entfernung kennt das deutsche Sandmännchen kein Pardon. Nichts neues für dem erfahrenen Jetsetter: Der Jetlag ist Schuld daran. Reizbarkeit, Schlafstörungen und eingeschränkte Leistungsfähigkeit sind die Folge.

Die innere Uhr

Hormone haben in unserem Körper die Aufgabe, den Stoffwechsel an wechselnde Bedingungen anzupassen. Ist beispielsweise die letzte Mahlzeit schon länger im Dickdarm angekommen, beginnt der Blutzuckerspiegel abzusinken. Viele Zellen im Körper, besonders die Nervenzellen im Gehirn, würden jetzt nicht mehr genug Nahrung bekommen und beginnen abzusterben, wenn nicht die Hormone der Nebennierenrinde gegensteuern würden.

Cortison wird dort frühzeitig freigesetzt und veranlasst die Leber dazu, Stärke zu Zucker abzubauen. Der Blutzuckerspiegel bleibt konstant hoch genug, und das Überleben des Körpers ist gesichert. Im Gegensatz dazu werden in der Nacht weniger Nährstoffe benötigt. Auch an diese Situation muss sich der Körper anpassen, wieder durch das Hormonsystem.

Fast alle Hormonsysteme zeigen eine Tag-Nacht-Rhythmik. Das Stresshormon Cortison ist nachts nur in einer sehr geringen Konzentration im Blut nachzuweisen, Das Wachstumshormon hat nachts einen hohen Spiegel, vermutlich um im Schlaf die Regeneration zu unterstützen. Diese rhythmische Änderung der Hormonkonzentrationen wird von der inneren Uhr gesteuert. Man vermutet ihren Sitz an der Unterseite des Gehirns, in unmittelbarer Nähe zur Sehnervenkreuzung.

Bei Versuchen mit freiwilligen Versuchspersonen hat man festgestellt, dass die innere Uhr ohne Korrektur von außen einen ungefähr 25-stündigen Rhythmus besitzt. Sie muss also täglich neu synchronisiert werden. Einer der vermutlich wichtigsten Mechanismen zur Synchronisation scheint das Tageslicht zu sein. Denn bei den oben erwähnten Versuchspersonen hat sich nach absolutem Tageslichtentzug der 25- Stunden-Tag eingestellt. Lichtrezeptoren in der Netzhaut scheinen über den Sehnerv direkt mit der vermeintlichen inneren Uhr verbunden zu sein. Der Einfluss auf das Hormonsystem soll über die mit ihr verschaltete Zirbeldrüse vonstatten gehen.

Zirbeldrüse – das dritte Auge

Wenige Strukturen des menschlichen Gehirns haben die Phantasie so beschäftigt wie das knapp ein Zentimeter große Pinealorgan ziemlich genau in dessen Mittelpunkt. In seiner Form ähnelt es einem Zapfen (lateinisch pinea) der Zirbelkiefer, deshalb auch der deutsche Name Zirbeldrüse.

Der griechische Arzt Herophilos (um 335 bis 280 vor Christus), oft als Vater der Anatomie bezeichnet, hielt das Gebilde für eine Art Schleuse, die den Strom der Gedanken reguliere. Später, im 17. Jahrhundert, folgerte der französische Philosoph René Descartes (1596 bis 1650), als zentraler Punkt im Gehirn müsse das Pinealorgan die Verbindung sein, an der die Sinnesempfindungen zusammenlaufen und die Seele Kontrolle über den Organismus ausübt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam dann aufgrund anatomischer Vergleiche mit anderen Wirbeltieren die Idee auf, diese Ausstülpung am Dach des Zwischenhirns könne Relikt eines so genannten dritten Auges sein, des Pinealauges. Bei einigen Reptilien ist eine mit dem Pinealorgan zusammenhängende Zwischenhirnausstülpung, das Parietalorgan, augenähnlicher ausgebildet, deshalb dort die Bezeichnung Parietalauge. Das menschliche Pinealorgan wurde erst Mitte des Jahrhunderts als eine von der Netzhaut der Augen gesteuerte Hormondrüse bei Säugern und damit als Struktur mit Funktion wieder entdeckt.

In der Zirbeldrüse wird das Hormon Melatonin produziert, besonders nachts, am Tage ist die Konzentration gering. Wenn Licht auf die Netzhaut fällt, scheint die Melatoninproduktion blockiert zu werden. Bei Reptilien ändert sich die Hautfarbe in Abhängigkeit von diesem Hormon. Bei Säugetieren, also auch bei Menschen, stellt es das Nachtsignal der inneren Uhr an die Hormonsysteme im Körper dar.

Gegen den Jetlag ist ein Kraut gewachsen

Bei Reisen über mehrere Zeitzonen hinweg, wie bei längeren Flugreisen, dauert es pro Zeitzone einen Tag, bis sich die innere Uhr und der Rest des Körpers an die neue Situation angepasst haben. Es soll jetzt möglich sein, diese Zeit zu verkürzen. In den USA zum Beispiel gibt es bereits das oben beschriebene Hormon Melatonin in Tablettenform. Zum Schlafen eingenommen, soll sich der Körper viel schneller an die neue Zeit anpassen.

Vielleicht gehört der Jetlag bald der Vergangenheit an. Bei uns ist das Medikament noch nicht erhältlich. Experimentell wird es bei uns schon erfolgreich gegen Krankheiten eingesetzt, bei denen die innere Uhr nicht richtig funktioniert. Uns aber bleibt vorerst nichts anderes übrig, als mit allgemeinen Maßnahmen zu versuchen, den Jetlag zu überwinden.

Schlafen Sie sich vor Antritt einer Fernreise gut aus, trinken Sie viel, um Thrombosen zu vermeiden und den Flüssigkeitsverlust durch die trockene Kabinenluft auszugleichen, und trinken Sie wenig Alkohol, da er zwei- bis dreimal so stark in der dünnen Luft wirkt und damit auch noch am nächsten Tag nachhängt. Schonen Sie sich in den ersten Urlaubstagen, um dem Körper Zeit zu geben, sich an das Klima und die innere Uhr an die andere Zeit anzupassen.