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Legasthenie

Lese-Rechtsschreib-Schwäche trotz normaler Intelligenz?

Als Lese-Rechtschreib-Schwäche (kurz LRS) wird die Erscheinung bezeichnet, dass ein Schüler trotz mindestens durchschnittlicher Intelligenz und qualitativ gutem Unterricht einen deutlichen Rückstand in seiner Lese- und Rechtschreibfähigkeit gegenüber seinen Mitschülern aufweist.

Der Begriff Legasthenie wurde 1916 vom Neurologen und Psychiater P. Ranschburg geprägt. Er wird teilweise gleichbedeutend mit der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) benutzt. Mit ca. sechs Prozent der Zweitklässler ist LRS eine relativ häufige Schwäche. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Zunächst fallen oft bessere Schulleistungen in anderen Bereichen auf. Durch fortgesetzte Entmutigung kann die Legasthenie irgendwann das Erscheinungsbild eines allgemeinen Schulversagens annehmen.

Trotz einer Legasthenie kann man es aber durchaus zu etwas bringen. Zu berühmten Persönlichkeiten mit LRS zählen unter anderen Thomas A. Edison, Albert Einstein, Nelson Rockefeller, Hans Christian Andersen, Leonardo da Vinci, Auguste Rodin, Winston Churchill, Charles Darwin, Harry Belafonte, Alexander Graham Bell, Gustave Flaubert, Paul Ehrlich, Whoopi Goldberg, Walt Disney, Cher, Henry Ford und John Lennon.

Falsch verstanden

Der Ausdruck Lese-Rechtschreib-Schwäche führt oft zu Verwirrung, denn hiermit kann entweder die Legasthenie gemeint sein oder eine "Allgemeine Lese-Rechtschreibschwäche".

Eine Allgemeine Lese-Rechtschreib-Schwäche bezeichnet als Oberbegriff alle Formen von Problemen beim Lesen und Rechtschreiben, auch wenn sie zum Beispiel durch Minderbegabung, organische Behinderung oder psychischer Erkrankung entstehen. Eine Unterscheidung ist insofern wichtig, da die Legasthenie fast nie mit einer allgemeinen Minderbegabung einhergeht. Im Idealfall sollte die Unterscheidung für die pädagogische Förderung nicht notwendig sein, da alle Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend unterstützt werden sollten. Festgestellte LRS (getestet) ermöglicht Kindern, aus der Benotung für Rechtschreibung befreit zu werden.

Wie bekommt man eine Legasthenie?

Viele Faktoren spielen eine Rolle beim Entstehen einer Legasthenie. Eigentlich gibt es nicht "die Legasthenie", sondern viele Legasthenien. Bei jedem Menschen scheint sie individuell verursacht zu sein. Aufgrund von Vererbung, durch Probleme bei der Geburt oder Infektionen können kleinste Hirnfunktionsstörungen vorliegen. Diese führen dazu, dass bei der Verarbeitung von Sprachreizen im Gehirn nicht der normale Weg, vergleichbar mit der "Autobahn", zur Verfügung steht, sondern die Informationen nur über Umwege an die richtige Stelle gelangen, über die "Landstraße". Selbstverständlich ist dieser Weg anstrengender als der direkte, die Leistungen sind schlechter.

Leider ist die Legasthenie nicht komplett heilbar. Trotzdem kann man durch eine gute Betreuung lernen, den Weg über die "Landstraße" zu optimieren. Mit der Zeit finden sich oft auch neue "Abkürzungen". Manche gehen sogar so weit, zu sagen, dass einige Menschen nur so erfolgreich geworden sind, weil sie Legastheniker waren und es sich manchmal auszahlt, eine Abkürzung zu kennen.

Typische Probleme

Meist liegt eine jeweils unterschiedliche Kombination von Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, Motorik und der sensorischen Integration, dem Zusammenspiel verschiedener Wahrnehmungsbereiche, vor. So ergeben sich unterschiedliche Schweregrade und Schwerpunkte der Lernschwierigkeiten des einzelnen Kindes. Die Teilleistungsschwächen erschweren insbesondere die Unterscheidung von Buchstabenformen (visuelle Detailerfassung) und/oder die Unterscheidung von ähnlichen Sprachlauten (auditive Diskrimination).

Typische Probleme beim Lesen sind

  • viele Fehler beim lauten Lesen
  • häufiges Selbstkorrigieren
  • langsames/mühsames Erlesen von Wörtern
  • Probleme bei der Verschmelzung von Einzellauten zu Lautfolgen
  • silbenweises Lesen von Wörtern
  • Probleme bei der Sinnerfassung

Folgende Probleme sind typisch bei der Rechtschreibung:

  • häufige Fehler beim Abschreiben
  • Verwechslung visuell ähnlicher Buchstaben ("Cras" statt "Gras")
  • viele Fehler in Diktat und Aufsatz
  • Verwechslung ähnlich gesprochener Buchstaben ("Prot" statt "Brot")
  • Weglassen von ganzen Wörtern und Wortteilen ("Schnür" statt "Schnürsenkel")
  • Weglassen von Buchstaben ("Schoo" statt "Schoko")
  • Vertauschen der Buchstaben ("Rda" statt "Rad")
  • Rechtschreibregeln werden nicht beachtet ("Bäkker" statt "Bäcker")

Wichtig: Gezielte Förderung

Um den betroffenen Kindern ein "normales" Leben ohne Benachteiligungen und eine ihren sonstigen Fähigkeiten entsprechende intellektuelle Entwicklung zu ermöglichen, ist die Früherkennung extrem wichtig. Wenn eine Legasthenie erkannt ist, sollten speziell ausgebildete Lehrer ein gezieltes Förderungsprogramm durchführen.