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Dicke Kinder

Dicke Kinder - ist es Lust oder Frust?

Es ist kaum zu glauben, aber jedes vierte Kind ist zum Zeitpunkt seiner Einschulung zu dick! Wie aber ist Übergewicht definiert? Gerade bei Kindern, die schnell wachsen und auch zwischendurch immer wieder mollige Phasen durchmachen, ist Übergewicht nicht so festgelegt wie bei Erwachsenen.

Während der Body Mass Index (BMI) für Erwachsene Richtwerte vorgibt, sind es bei Kindern andere Sollwerte, die in den einzelnen U-Untersuchungen im Kinderpass als Tabelle zu finden sind. Da kann nachgeschaut werden, zu welcher Körpergröße welches Gewicht passt. Ist Ihr Kind dauerhaft 15 bis 20 Prozent schwerer, so ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es wohl übergewichtig ist.

Häufig sind psychologische Ursachen anzutreffen

Um Übergewicht festzustellen, braucht man normalerweise keine Formeln, sondern nur Beobachtungsgabe. Aber warum werden Kinder zu dick? Das ist eigentlich sehr einfach und nicht anders als bei Erwachsenen: Meistens handelt es sich um ein Ungleichgewicht zwischen Kalorienzufuhr und Energiebedarf. Konkret heißt das, wenn ein Kind sich zu wenig bewegt und zu viel isst, wird es zu dick.

Auch wenn das leicht zu verstehen ist, stecken oft komplizierte psychologische Ursachen dahinter. Ein wichtiger Faktor ist die Ernährungserziehung. So wird die Mahlzeit nicht selten dazu benutzt, den Kindern "Manieren" beizubringen. Sprüche wie "Was auf den Tisch kommt, wird gegessen", „Iß den Teller leer, sonst gibt es keinen Sonnenschein“ oder „Zum Trost kriegst du ein leckeres Eis“ sind sicherlich Sätze, die der Ernährung seine Natürlichkeit nehmen. Das heißt, Essen wird nicht mehr mit der notwendigen Nahrungsaufnahme verbunden, sondern mit Zwängen oder Belohnung. Die Kinder reagieren wiederum nicht mehr auf natürliche Reize wie das Hungergefühl, sondern stopfen sich bei allen möglichen Anlässen voll.

Weitreichende gesundheitliche Konsequenzen

Trauer, Einsamkeit, Schmerz, Langeweile – alles kann durch die Nahrungsaufnahme kompensiert werden. Die Folge ist klar: Übergewicht! Fakt ist, dass ca. 80% aller dicken Kinder auch im Erwachsenenalter dick sind und dazu noch ein erhöhtes Risiko tragen, an Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erkranken.

Die gesundheitlichen Folgen der Fettleibigkeit sind verheerend: Bluthochdruck, Eisen- und Vitaminmangel, hoher Cholesterinspiegel. Auch noch zu berücksichtigen sind die psychischen Probleme, die durch die ständige Hänselei der Mitschüler auftreten. Deswegen sollte man jeden "Kummerspeck" ernst nehmen. Wie aber kann man das Essverhalten der Kinder ändern und dafür sorgen, dass sie ein normales Gewicht halten?

Sport statt Computerspiele

Oft reicht es schon aus, das Freizeitverhalten zu ändern. Nicht Fernseher und Computer, sondern Spiel und Sport sollten den schulfreien Nachmittag bestimmen. Anstatt von der Mutter zur Schule gebracht zu werden oder mit dem Bus zu fahren, lieber mal zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen! Zudem ist es wichtig, auf die Nahrung zu achten. Viele Kinder wissen überhaupt nicht, was gesund ist oder viel Fett enthält. Eine genaue Aufklärung über Nahrungsmittel und deren Zusammensetzung ist daher für eine langfristige Umstellung das A und O. Einfach nur Diät ist für die "Dickerchen" nicht verständlich und führt schnell dazu, dass heimlich genascht wird.

Was also tun?

Kinderprodukte, die in der Werbung als gesund angepriesen werden, sind es oft leider nicht. Es ist häufig trotz Vitaminsupplementierung viel zu viel Zucker in diesen Produkten. "Extra viel Vitamin C" oder die "Extraportion Milch" ist nicht das, was ein zu dickes Kind braucht, sondern eine ausgewogene Ernährung.

So eine Umgewöhnung klappt natürlich nicht kurzfristig. Vielmehr muss sie schrittweise erfolgen: Zuerst einmal sollten die süßen Frühstücksprodukte durch Haferflocken mit süßem Obst oder durch Vollkornbrot ersetzt werden. Erst wenn dieser erste Schritt geklappt hat, kann man die nächste Veränderung in Angriff nehmen, z.B. nur einen Salat zum Mittagessen. Ein kleiner Trick ist, den Salat besonders bunt zu gestalten, z.B. mit roter und gelber Paprika, denn viele Farben schmecken besser!

Süßes ist nicht grundsätzlich verboten, sollte aber bewusst genossen und nicht nebenbei reingestopft werden. Einfache Reduktion kann bei Getränken vorgenommen werden – statt süßer Limo mit vielen versteckten Kalorien lieber einen ungesüßten Tee oder Fruchtsaft.

Grundlage ist auch ein regelmäßiger Essrhythmus: Drei Hauptmahlzeiten, die in Ruhe eingenommen werden sollten, und zwei gesunde Zwischenmahlzeiten, bestehend z.B. aus Obst oder Joghurt, sind absolut ausreichend. Vergessen werden darf bei der ganzen Nahrungsumstellung und Bewegungsmaßnahme nicht, dass es oft psychische Gründe für das falsche Essverhalten gibt und eventuell auch eine Betreuung in diese Richtung erfolgen sollte. Zumindest müssen zuerst die Ursachen und nicht nur die Symptome bekämpft werden!