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Alkohol

Ein Gläschen Sekt ist schon okay – aber was kann alles giftig sein in der Schwangerschaft?

Als werdende Mutter macht man sich viele Gedanken um die eigene Gesundheit – und auch vor allem um die des ungeborenen Kindes.

Viele Ängste sind berechtigt, und um keine gravierenden Fehler zu begehen, sollte man gut informiert sein. Besonders häufig wird die Frage gestellt, was man in der Schwangerschaft meiden sollte. Es gibt natürlich viele „Gifte“, die hier im Einzelnen nicht genannt werden können, aber ein paar Grundlagen sollten vertraut sein.

Der richtige Umgang mit Medikamenten

Ganz einfach ist die Regel, dass alles, was für die Mutter schädlich ist, natürlich auch auf den Fetus im Mutterleib zurückfällt. Darunter fallen vor allem die Alltagsgifte wie Nikotin, Kaffee und Alkohol.

Schwieriger wird es dann, wenn man Medikamente einnehmen muss. Beim Durchlesen des Beipackzettels wird einem ja so schon Angst und Bange, und in der Schwangerschaft ist diese auch berechtigte Angst vor den unerwünschten Wirkungen, den Wechselwirkungen und was noch alles in Ausnahmefällen selten passieren kann, noch größer.

Bei vielen Tabletten ist die genaue Wirkung auf die Schwangere bzw. auf das Kind gar nicht bekannt. Deswegen gilt mal ganz lapidar ausgedrückt: vor jeder Medikamenteneinnahme mit einem Arzt sprechen! Dieser hat bestimmte Listen, in denen die „fruchtschädigenden“ Mittelchen aufgeführt werden, und kann so klar entscheiden, ob das Risiko bei Einnahme zu groß ist. Diese Entscheidungen können manchmal ganz schön schwierig sein und benötigen eine genaue Abwägung.

Für die werdende Mutter selbst gilt also, lieber mal Kopfschmerzen im Bett auszukurieren, als direkt zur Kopfschmerztablette zu greifen!

Die Gefahren des Rauchens

Die Sache mit den Medikamenten ist also recht einfach zu befolgen. Was aber, wenn man gern raucht oder viel Kaffee trinkt? Da wird die Angelegenheit schon schwieriger.

Beim Nikotingenuss durch Inhalation von Rauch muss man ganz klar sagen, dass sowohl die Form des Aktiv-, als auch des Passivrauchens eine Gefährdung für das Kind darstellt. Zwar kommt es nach heutigen Erkenntnissen nicht zu vermehrten Fehlbildungen, jedoch kann durch Verminderung der präplazentaren wie auch der plazentaren Durchblutung das Kind eine Wachstumsretardierung erfahren. Auf „gut Deutsch“ bedeutet das, dass durch die Schädigung der Gefäße im Leib der Mutter die notwendige Versorgung des Kindes nicht mehr gewährleistet ist und es nicht genügend Nährstoffe und Sauerstoff erhält. Durch diese Plazentainsuffizienz kann es dann häufiger als bei Nichtraucherinnen zu Frühgeburten kommen. Außerdem sind die Kinder bei der Geburt oft leichter als 2500g, also recht klein.

Das hört sich vielleicht nicht so schlimm an, aber diese kleineren, leichteren Säuglinge haben es natürlich schwerer, die ganzen Einflüsse nach der Geburt zu verkraften. Häufig sind sie leichter krank und müssen erst mal das aufholen, was die rauchende Mutter ihnen an normaler Entwicklung genommen hat. Auch das Passivrauchen der Babys und Kleinkinder nach der Geburt ist sicherlich nicht empfehlenswert für die Entwicklung.

Falls man eine Schwangerschaft plant, sollte man sich also vorher mit dem Gedanken des Nikotinentzugs auseinandersetzen. Starken Raucherinnen ist es zum Teil aufgrund der psychischen Belastung nicht zu empfehlen, während der Schwangerschaft plötzlich mit dem Rauchen aufzuhören. Jedoch ist eine Reduzierung ganz klar von Vorteil für das Kind.

Körperliche Behinderung des Kindes durch chronischen Alkoholgenuss

Beim Alkoholgenuss sieht die Sache noch ernster aus. Natürlich ist es nicht gefährlich, mal ein Glas Wein oder Bier zu trinken. Erst beim chronischen Alkoholgenuss ist mit gefährlichen Folgen zu rechnen. Das gilt natürlich auch für die Mutter, aber insbesondere für das werdende Leben.

Es kann zum einen embryofetalen Alkoholsyndrom kommen. Das Ganze umfasst eine Reihe von Symptomen, z.B. eine Mikrozephalie (zu kleiner Kopf), Kraniofaciale Dysmorphien (unter anderem zu kurzer Nasenrücken, Augenlidhängen, zu kleiner Mund) und geistige bzw. körperliche Behinderung. Diese Kinder haben ein typisches Aussehen und sind häufig nicht in der Lage, ein normales Leben zu führen.

Dazu muss man aber noch einmal ganz deutlich darauf hinweisen, dass das nur für chronisch starken Alkoholgenuss gilt. Also keine Angst: Ein Glas Sekt zu Sylvester wird keinem von beiden schaden.

Nun noch kurz zum übermäßigen Koffeingenuss: Dieser kann aufgrund von Ansammlung, einem so genannten Kumulationseffekt, zu einer möglichen Mangelentwicklung des Kindes führen.

Nur nicht überreagieren

Zusammengefasst ist die Sache gar nicht so schwierig. Wer ein normales Gefühl für gesund und ungesund hat, wird weiter keine Schwierigkeiten haben.

Solange alles in Maßen konsumiert wird, ist das Kind unbeschädigt. Man sollte sich also nicht „fertig machen“ und auf alles, was Spaß macht, verzichten. Eine schöne Tasse Kaffee mit einer Freundin kann so viel innere Harmonie hervorrufen, dass das sicherlich gesünder ist, als mit unterdrückter Aggression das Koffein zu vermeiden.