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Babysprache

Die Sprache der Babys verstehen

Babys haben die ersten Monate nicht viele Möglichkeiten, sich verständlich zu machen, wenn sie beispielsweise Hunger haben. Die erste und einfachste Form der Mitteilung ist dann zunächst das Weinen. Schon bald können Sie bereits an der Art, wie Ihr Kind weint, erkennen, was ihm fehlt.

Babys weinen aber auch, weil ihnen einfach alles zu viel wird, oder auch mal ohne jeden ersichtlichen Grund. Versuchen Sie, auch dann die Nerven zu behalten, wenn Ihr Kleines schreit und schreit und Sie es durch nichts trösten können. Es gibt einfach Zeiten, in denen ein Baby selbst dann weiter weint, wenn Sie wirklich alles versucht haben.

Vielleicht leidet Ihr Kleines unter Blähungen. Sehr viele Kinder haben auch eine Art tägliche Schreistunde zu einer festen Zeit. Für Ihr weinendes Baby zählt vor allem, dass es merkt: Mama und Papa sind für mich da. Ihre liebevolle Nähe wird Ihr Kind auch dann registrieren, wenn es untröstlich ist.

Zuwendung ist nie verkehrt

Beobachten Sie, wie Ihr Kind auf Ihre Stimme reagiert. Ihr Baby beruhigt sich, es lächelt oder fuchtelt begeistert mit Armen und Beinen herum. Irgendwann in diesen Wochen werden Sie erleben, dass Ihr Kind Sie bewusst anlächelt. Bei Fremden ist Ihr Baby möglicherweise viel zurückhaltender. Die meisten Kinder jedoch tauen nach einer Weile auf und zeigen durch Strampeln, leise Laute oder interessiertes Starren, dass ein neues Gesicht ihre Neugier weckt.

Meilensteine

Bis zum dritten Lebensmonat erreichen Babys in Sachen Verständigung meist bestimmte „Meilensteine“. Sie zeigen Interesse an neuen Gesichtern oder einer ungewohnten Umgebung, sie lächeln, wenn sie die Stimme von Mutter oder Vater hören, und sie reagieren auf laute Geräusche. Mit etwa drei Monaten lächeln sie auch Fremde an, und ab Ende des dritten Lebensmonats beginnen sie dann zu brabbeln.

Sprachentwicklung

Den rasanten Spracherwerb von Kleinkindern teilt die Wissenschaft heute in vier Stufen bzw. Stadien ein:

1. Stadium

Das Lallstadium beginnt ab dem zweiten Monat mit gu gu, gr gr, ngä, ngr oder ähnlichen Lauten. Erste silbenartige Lautfolgen wie dadada oder gagaga ab dem vierten bis fünften Monat gestatten es dem Baby, das Produzieren verschiedener Laute mit dem stimmlichen Apparat zu üben, einzelne Laute aneinanderzureihen und ihnen Melodien zu verleihen. Mit etwa zehn Monaten fangen Babys an, bestimmte Merkmale in der Sprache der Eltern nachzuahmen - wiederkehrende Melodien, Töne und Silbenfolgen.

2. Stadium

Gegen Ende des ersten Lebensjahres entwickeln sich die ersten verständlich ausgesprochenen Wörter, das Einwortstadium. Dies sind die Anfänge des Sprechens. Als erstes lernen Babys kurze Wörter, die zum Benennen von Dingen oder Personen eingesetzt werden, z.B. Ball, Auto, Mama etc. Diese ersten Wörter können durchaus noch mehrere Bedeutungen haben. In der ersten Hälfte des zweiten Jahres werden dann erstmals Worte gebraucht, um Aufmerksamkeit zu erregen oder Wünsche auszudrücken. Der Wunsch nach dem Ball auf dem Schrank äußert sich jetzt mit einem Fingerzeig und der - im zweiten Anlauf wahrscheinlich weinerlichen - Aussprache "Ball".

3. Stadium

Mit eineinhalb Jahren werden dann zwei Wörter miteinander benutzt, um eine Botschaft zu konkretisieren – womit Papa und Mama manchmal vor große Rätsel gestellt werden. Im so genannten Zweiwortstadium beschränkt sich der Sinn des Gesagten in der Regel noch auf zwei Aussagen: Durch die Verbindung von zwei Wörtern wird entweder eine Bewegung oder eine Lokalisation eines Gegenstandes verbalisiert. In dieser Zeit wächst der aktive Wortschatz rapide an.

4. Stadium

Am Anfang der vierten und letzten Entwicklungsphase werden schon einfache kurze Sätze produziert, der so genannte Telegrammstil. Die Sätze enthalten einfache Verben in der Gegenwartsform und ein bis zwei Substantive im Singular. Auch gibt es noch keine Funktionswörter wie von, bis, und, der, die, das, und die Reihenfolge der Wörter ist eher noch zufällig. Im Alter von etwa zwei Jahren haben die Kinder dann gelernt, dass die Reihenfolge der Wörter wichtig ist. Sie unterscheiden nun in drei Elemente: Handelnder, Handlung, Objekt. Mit zweieinhalb Jahren können Kinder beginnen, über ihr inneres Befinden zu sprechen. Sie benutzen Adjektive wie froh, traurig und wütend, um ihre Gefühle zu beschreiben. Der Wortschatz wächst weiter, und langsam beginnen sie, komplexe grammatikalische Möglichkeiten zu nutzen und sogar abstrakte Gedankengänge in Worte zu fassen.

Von Anfang an (auch schon, wenn das Kind noch im Mutterleib ist) sollten Sie mit Ihrem Kind sprechen, so dass die Sprache als Eindruck an das Kind herankommt. Versuchen Sie, ruhig zu sprechen und Hektik zu vermeiden. Am besten ist es, so normal und unbefangen wie möglich mit seinem Kind zu sprechen, denn das Kind ist immer bestrebt zu lernen und braucht dazu das sprachliche Vorbild. Seien Sie sich immer bewusst, dass das Kind alles aufnimmt und die Laute seiner Muttersprache im Laufe des ersten Lebensjahres lernt.

In den ersten Monaten des Lebens verläuft die Lautentwicklung eines Kindes in allen Ländern der Welt gleich. Das Kind hat alle Laute der Erdensprachen zur Verfügung. Erst nach und nach entwickeln sich sprachspezifische Eigenheiten im Zusammenhang mit dem eigenen Sprachraum.