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Paradontose

Vorbeugung ist besser als Zahnarzt

Landläufig spricht man von der Parodontose, wenn man eigentlich Parodontitis meint. Mit „Parodontose“ bezeichnet man im medizinischen Sinne den krankhaften Zustand (-ose für das Leiden) des Zahnfleisches und des gesamten Halteapparates.

Da es sich um eine Entzündung handelt, die der Erkrankung ursächlich zugrunde liegt, muss man korrekt von „Parodontitis“ (-itis für Entzündung) sprechen. Diese Entzündung ist sehr weit verbreitet. 90 Prozent der 30- bis 40-Jährigen leiden darunter in der einen oder anderen Form. Mit zunehmendem Alter steigt dann der Prozentsatz noch weiter an.

Wie kommt es zu der Entzündung?

Wenn Zahnbelag beim Putzen nicht richtig entfernt wird oder sich mit der Bürste gar nicht entfernen lässt, kommt es häufig zu einer Besiedelung mit Bakterien. Dort können sie sich sehr gut vermehren und mit ihren Stoffwechselprodukten das Zahnfleisch reizen. Zunächst entwickelt sich eine Entzündung des Zahnfleischs durch die ständige Reizung.
Mit der Zeit verhärten sich die Plaques am Zahnfleischsaum durch Kalkablagerungen aus dem Speichel und werden immer scharfkantiger. Zahnstein ist entstanden. Dadurch löst sich das Zahnfleisch immer mehr vom Zahn ab, und es bilden sich Zahnfleischtaschen. In diesen können sich Speisereste festsetzen. Das stellt den idealen Nährboden für sich ansiedelnde Keime dar. Mit der üblichen Mundhygiene lassen sich diese Stellen dann nicht mehr reinigen.

Die Taschen vergrößern und vertiefen sich immer mehr. Mit der Zeit erreicht die Entzündung sogar den Kieferknochen. Durch die zunehmende Aushöhlung bietet er den Zähnen bald keinen Halt mehr, und sie fallen unweigerlich aus.

Die zwei Spielarten

Es gibt zwei Arten von Parodontitis:
Die eine entwickelt sich meist nach dem 40. Lebensjahr und wird dadurch verursacht, dass sich auf Zahnbelägen die im Mund befindlichen Keime festsetzen. Das wird aber meistens erst spät festgestellt, weil der Prozess so langsam fortschreitet. Die Behandlungsaussichten sind aber gut und bei guter, regelmäßiger und gezielter Mundhygiene und konsequenter zahnärztlicher Betreuung von dauerhaftem Erfolg gekrönt.

Die andere, aggressive, Form entwickelt sich bereits bei den 20- bis 30-Jährigen und verläuft viel rasanter. Aggressivere Keime haben sich hier schon früh in den Zahnfleischtaschen festgesetzt. Unter den guten Lebensbedingungen und vor der Zahnbürste geschützt, greifen sie sehr zügig den Kieferknochen an. Bei den Keimen handelt es sich meist um Anaerobier, Bakterien, die ohne Sauerstoff auskommen.
Für diese Art von aggressiven Keimen gilt, dass sie mit Antibiotika behandelt werden müssen, um ein Fortschreiten der Entzündung zu verhindern. Erst in letzter Zeit weiß man aus Studien, dass sie durch Speichel übertragen werden können, z.B. durch Küssen. Deshalb werden Mütter von Neugeborenen auch immer wieder davor gewarnt, den Schnuller ihrer Kinder abzulecken und so die Karieskeime auf ihre Kinder zu übertragen.

Wie erkennt man die Parodontitis?

Normalerweise ist das Zahnfleisch blassrosa, straff und blutet nicht schon bei leichter Beanspruchung. Wenn sich also eines oder mehrere der folgenden Symptome bei Ihnen zeigen, könnte das ein erster ernst zu nehmender Hinweis sein. Der Gang zum Zahnarzt ist schon bei Verdacht streng angeraten.

  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen, Kauen oder Abbeißen zum Beispiel eines Apfelstückchens
  • Gerötetes, geschwollenes oder bei Berührung schmerzendes Zahnfleisch
  • Mundgeruch trotz regelmäßiger Mundpflege
  • Sichtbarwerden und Kälte- bzw. Wärmeempfindlichkeit der Zahnhälse
  • Stellungsänderung von Zähnen oder leicht wackelnde Zähne
  • Größer werdende Zahnzwischenräume

Wer ist besonders gefährdet?

All diejenigen, die die tägliche Mundhygiene unregelmäßig oder fehlerhaft betreiben und sie vielleicht auch nie richtig gelernt haben, haben ein besonders großes Risiko, zu erkranken. Plaques haben eine viel größere Chance, sich zu entwickeln.

Bei Rauchern begünstigt die veränderte Speichelzusammensetzung die Plaquebildung. Zusätzlich ist die Durchblutung reduziert, und Entzündungen heilen schlechter ab. Regelmäßige Zahnarztbesuche können helfen, schon Frühstadien zu erkennen und sozusagen schon im Keim zu ersticken. Auch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft erleichtern Plaqueentstehung.

Vorbeugung ist besser als Zahnarzt

Denken Sie immer daran, dass sich ohne Zahnbelag keine krankhafte Veränderung am Zahnschmelz und Zahnhalteapparat entwickelt. Deshalb ist die Vorbeugung und die rechtzeitige Erkennung möglicher Schäden so wichtig. Parodontitis und Zahnverlust sind keine unabwendbaren Erscheinungen des Alters, sondern sind bei regelmäßiger und korrekter Pflege von Zähnen, Zahnfleisch und Zahnzwischenräumen mit mindestens zwei Hilfsmitteln (Bürste und Zahnseide bzw. Zahnhölzchen sind unerlässlich) aufzuhalten. Der Krankheitsprozess kann zum Stillstand gebracht und der Zustand des Zahnhalteapparates oft verbessert werden.

Wie kann der Zahnarzt der Entzündung Herr werden?

Zunächst betreibt der Zahnarzt ein mundhygienisches Intensivprogramm: Die harten und weichen Zahnbeläge müssen mit Hilfe spezieller Instrumente entfernt werden. Die Zahnoberflächen werden geglättet und überstehende Füllungen oder Kronen richtig angepasst, damit sie nicht Nischen für Keime bilden. Unter Anleitung erlernt der Patient, wie man richtige Mundpflege betreibt und welche Hilfsmittel man wie einsetzt. Bei der einfachen Zahnfleischentzündung ohne Taschenbildung ist dies ausreichend und führt nach ungefähr 14 Tagen zur kompletten Abheilung.

Liegt eine schwerere Form der Parodontitis vor, so zielt die Behandlung auf die Bekämpfung und Beherrschung der Zahntaschen-Infektion ab. Dabei wird über ca. vier Wochen das mundhygienische Intensivprogramm durchgeführt. Das wird von den meisten Kassen bezahlt. Wenn diese Behandlung nicht ausreicht, bleiben nur noch operative Maßnahmen, um den Zahnhalteapparat und den Kieferknochen zu retten.

Bei den aggressiven Parodontitisformen umfasst die Behandlung auch eine gezielte Antibiotikatherapie. Meistens handelt es sich um sehr hartnäckige Keime, die auch auf den Partner und auf Familienmitglieder durch Speichel bei engem Körperkontakt übertragen werden können. Deshalb wird vielfach eine Partner- oder Familientherapie durchgeführt, um den Teufelskreis der Infektion zu durchbrechen.

In jedem Fall ist es wichtig, dass der Patient sich auch nach Abschluss der Behandlung regelmäßig bei seinem Arzt zur Kontrolle vorstellt. Nur dies sichert den dauerhaften Behandlungserfolg und einen Stillstand der Erkrankung.