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Allergietherapien

Allergietherapie: Linderung der Symptome

Wenn die Frage ins Haus steht, welche Möglichkeiten Arzt und Apotheker haben, eine Allergie zu behandeln, muss man sich zunächst eines klar machen: Die Medikamente, die uns im Kampf gegen die Allergie an die Hand gegeben werden, sind alle nicht in der Lage, die Ursache einer allergischen Erkrankung zu beheben.

Im Klartext bedeutet das, dass eine Heilung nicht möglich ist, da sich die Ursache des Leidens bisher der medikamentösen Therapie entzieht. Das bedeutet wohlgemerkt nicht, dass die angebotenen Tabletten, Salben und Inhalationsmittel wirkungslos wären – ganz im Gegenteil sind einige sogar hocheffektiv in der Unterdrückung der Symptome. Am Vorhandensein der Allergie ändern sie jedoch nichts. Wie so oft in der Medizin gilt: heilt nicht, aber lindert – und das oft ganz beträchtlich.

Folgende Therapieansätze werden heutzutage verfolgt:

Anfallsprophylaxe

Das bedeutet, dass versucht wird, das Ausbrechen einer Allergie zu verhindern. Neben dem nur allzu logischen, doch nicht immer realisierbaren Meiden der allergieauslösenden Stoffe spielt hier vor allem die Cromoglicinsäure eine Rolle. Dieser Stoff stabilisiert die Zellmembran der Mastzellen und verringert so die Gefahr, dass diese ihre im Fall der Allergie unheilstiftenden Botenstoffe ausschütten.

Schon bald sollen neue Medikamente zugelassen werden, die schon viel früher in die Kette von Reaktionen und Mediatorstoffen eingreifen als Cromoglicin: Mit synthetisch geschaffenen Antikörpern sollen zum Beispiel die Hauptverursacher einer allergischen Reaktion, die IgE–Antikörper, aus dem zirkulierenden Blut abgefangen werden. Andere Antikörper werden gegen die allergiewirksamen Interleukine 4 und 5 getestet. Diese Substanzen werden zurzeit zwar schon in ihrer Wirkung auf Menschen untersucht, aber die Versuche sind noch nicht abgeschlossen, sodass bis zur Zulassung als Medikament noch einige Zeit vergehen kann.

Bekämpfung der Symptome

Im Idealfall kann dieser Therapieansatz dazu führen, dass die Allergie abläuft, ohne den davon betroffenen Menschen zu beeinträchtigen. Die heute verfügbaren Medikamente verhindern das Wirksamwerden von z. B. Histamin oder Leukotrienen, beispielsweise durch Blockade der spezifischen Rezeptoren für diese Stoffe. Bislang sind einer solchen Therapie, wie schon erwähnt, nur späte Anteile der zum Ausbruch einer Allergie führenden Reaktionskette zugänglich. Da die Allergie jedoch nur durch ihre Symptome belastend wirkt, ist die Unterdrückung derselben sicher ein großer Fortschritt für alle Allergiker.

Hyposensibilisierung

Dabei wird das auslösende Allergen in anfangs sehr kleinen, mit der Zeit aber ansteigenden Konzentrationen unter die Haut gespritzt, was den Körper dazu veranlassen soll, diesen Stoff irgendwann nicht mehr als gefährlichen Angreifer zu sehen. Diese Behandlungsmethode ist zurzeit die einzige wirklich kausale Therapie einer Allergie, sprich: Nur durch Hyposensibilisierung gelingt eine wirkliche Heilung.

Was hier auf den ersten Blick wie die Lösung für alle Probleme klingt, ist in Wirklichkeit doch etwas komplizierter, da einige Allergien der Hyposensibilisierung fast überhaupt nicht zugänglich sind und auch sonst nur ein Teil der unternommenen Hyposensibilisierungsversuche zum Erfolg führt. Die lange Dauer einer solchen Behandlung von ungefähr drei Jahren bringt natürlich – neben der Belastung für den Patienten – auch hohe Kosten mit sich, die nur in Absprache mit den Krankenkassen von diesen übernommen werden. Zudem kann eine Hyposensibilisierungsbehandlung stets nur gegen ein Allergen durchgeführt werden, was bei Patienten, die gegen mehrere Stoffe allergisch sind, problematisch ist.

Antihistaminika bremsen die Symptome aus

Das akute Leiden eines Allergikers beruht nur allzu oft auf der direkten Wirkung des Histamins. Die pharmazeutische Industrie bietet mittlerweile eine Vielzahl von unterschiedlichen Stoffen an, die sich zum Teil beträchtlich in Wirkungen und Nebenwirkungen, Art und Dauer der Anwendung etc. unterscheiden.

So gibt es Antihistaminika, die stärker und schneller wirken als andere, unter Umständen aber auch in Bezug auf die unerwünschten Wirkungen, allen voran oft die Müdigkeit und Abgeschlagenheit, wesentlich stärker sind. Je nach Einsatzgebiet (Tag oder Nacht etc.) können diese Wirkungen als mehr oder weniger störend empfunden werden.

Deshalb sollten Sie unbedingt den Rat Ihres Arztes oder Apothekers in Anspruch nehmen, wenn es um die Wahl des für Sie richtigen Medikamentes geht.

Wer sollte auf Antihistaminika zurückgreifen?

Durch ihre unkomplizierte und schnelle Hilfe bei den störenden Allergieerscheinungen bieten sich diese Stoffe vor allem für Personen an, die nur eine begrenzte Zeit im Jahr an ihrer Allergie leiden, oder natürlich, sozusagen als Rettungsring, bei einer erfolglos gebliebenen Hyposensibilisierung.

Cromoglicinsäure: Den Anfall bekämpfen, bevor er auftritt

Bekanntermaßen beruht der größte Teil der allergischen Symptome auf der Wirkung von Histamin. Mit der Cromoglicinsäure, auch bekannt unter der Bezeichnung DNCG (Dinatrium Cromoglicicum), steht dem Allergiker die Möglichkeit zur Verfügung, die Ausschüttung von Histamin aus den so genannten Mastzellen zu unterbinden. Dadurch lässt sich das Auftreten der Symptome verhindern oder zumindest abschwächen, was nicht nur als Anfallsprophylaxe beim allergischen Asthma ein wahrer Segen ist.

Um die membranstabilisierende Wirkung des DNCG zu gewährleisten, gilt es, einige Fakten zu berücksichtigen: Anders als die Antihistaminika wirkt Cromoglicin nicht sofort, ist also als Therapie z. B. eines bereits eingetretenen Asthmaanfalls ungeeignet. Die nötige Vorlaufzeit beträgt ungefähr einen Tag, das heißt, dass mit der Anwendung von DNCG schon vor den ersten Symptomen begonnen werden muss. Außerdem kann es, zum Beispiel bei Pollenallergie und starkem Pollenflug, notwendig sein, Cromoglicin alle sechs Stunden anzuwenden, meist in Form eines Nasensprays. Dafür hat es aber, von seltenen lokalen Reizungen der Nasenschleimhaut abgesehen, so gut wie keine Nebenwirkungen.

Wer sollte Cromoglicin anwenden?

Haupteinsatzgebiet des DNCG-Sprays sind die lokalen Ausprägungen einer Allergie, also die Reizung von Nase und Bindehäuten, sowie das allergische Asthma. Als Tablette oder Granulat eingenommen, kann DNCG auch bei Nahrungsmittelallergien gute Dienste leisten.

Lokalrunde: Nasensprays & Co

Selbstverständlich verschaffen wie beim herkömmlichen Schnupfen auch beim allergischen Schnupfen alle Anwendungen Linderung, die zu einer Abschwellung der Nasenschleimhaut führen. Das kann unterschiedlich erreicht werden.

Am bekanntesten sind natürlich vom Erkältungsschnupfen her die Nasensprays, die zu einer Gefäßverengung führen. Diese schon eher schweren Geschütze sind für den allergischen Schnupfen nicht so gut geeignet, obwohl sie natürlich auch hier eine schnelle Abschwellung der Nasenschleimhaut herbeiführen.
Nachteil dieser Sprays ist aber, dass sich die Nase bei längerer Anwendung an die Wirkstoffe gewöhnt; lässt man sie nun weg, schwillt die Nase unter Umständen dauerhaft an: Die Nase ist nun sogar dann verstopft, wenn sie von der Allergie in Ruhe gelassen wird.

Besser sind die schwächer wirksamen ätherischen Öle, die es in unterschiedlicher Form in der Apotheke zu kaufen gibt. Auch sie führen die erwünschte Abschwellung herbei, beinhalten aber nicht die Gefahr der Gewöhnung. Allerdings sollte bei Säuglingen und Kleinkindern auch diese Form der Abschwellung unterlassen werden, da sie bei den Kindern doch zu unerwünschten Wirkungen führen kann.

Völlig frei von Nebenwirkungen und doch sehr wirksam ist es, die Nase zu spülen. Prinzipiell kann das einfach am Wasserhahn erfolgen. Bequemer, vor allem aber hygienischer, sind die handlichen Nasenduschen, die in der Apotheke erhältlich sind. Gespült wird am besten mit einer sterilen Salzlösung, in einer Konzentration, wie sie auch im Körper vorkommt (isotone Lösung). Die Nasenduschen haben den Vorteil, dass sie problemlos angewendet werden können und sehr effektiv sind: Neben der lokal abschwellenden Wirkung spülen sie auch die Allergene, zum Beispiel Pollen, aus der Nasenschleimhaut aus und wirken so auf zweifache Weise. Für unterwegs oder am Arbeitsplatz erfüllen auch Pumpsprays mit Salzlösungen ihren Zweck.

Die Allergie wegtrainieren: Hyposensibilisierung

Zurzeit ist diese Therapieform die einzige, die eine dauerhafte Heilung einer Allergie in Aussicht stellt. Eine solche Behandlung soll dem Körper beibringen, sich die übereifrige Immunreaktion auf harmlose Stoffe wieder abzugewöhnen, er soll weniger (= hypo) empfindlich (= sensibel) auf das Allergen reagieren. Man erreicht dies durch Injektionen von anfangs sehr kleinen Konzentrationen des Allergens unter die Haut, die mit der Zeit in vielen kleinen Schritten erhöht werden. Dadurch wird dem Körper die Möglichkeit gegeben, sich mit dem vermeintlichen Feindstoff auseinanderzusetzen, ohne dass die Menge dieses Stoffes ausreicht, um eine allergische Reaktion in Gang zu bringen. Üblicherweise werden diese Injektionen zunächst einmal wöchentlich, später dann einmal im Monat vorgenommen. Nach jeder Spritze muss der Patient ungefähr eine Stunde unter ärztlicher Aufsicht bleiben, damit eventuell auftretende allergische Reaktionen erkannt und abgefangen werden können.

Besonders gefürchtet ist das Auftreten eines so genannten anaphylaktischen Schocks, der das Leben des Patienten ernsthaft gefährdet, wenn nicht unverzüglich eine wirksame Therapie eingeleitet wird. Der anaphylaktische Schock stellt die schwerste Verlaufsform einer Allergie dar und ist glücklicherweise sehr selten; trotzdem muss man auf sein Auftreten gefasst sein, wenn eine Hyposensibilisierung durchgeführt wird. Die Dauer der Behandlung beträgt ungefähr drei Jahre.

Ein neueres Verfahren, das sich vor allem bei Kindern als wirksam erwiesen hat, kann auf die ungeliebten Spritzen verzichten, statt dessen werden Tropfen der Allergenzubereitung unter die Zunge gelegt und nach einiger Zeit wieder ausgespuckt. Dabei muss diese Behandlung zunächst täglich, nach einem Monat dann alle drei Tage vorgenommen werden. Die Gesamtdauer dieser Variante beläuft sich auf eineinhalb Jahre.

Alles in allem bei beiden Behandlungsformen also eine recht lange und belastende Zeit. An deren Ende steht allerdings nicht selten auch eine wirkliche Heilung, das heißt, dass der Körper das Allergen nicht mehr als bekämpfenswerten Eindringling betrachtet, sondern als beispielsweise die harmlose Pflanzenpolle, die sie ist.

Wer sollte sich hyposensibilisieren lassen?

Erfolg verspricht die Hyposensibilisierung nur bei einem Teil der Allergien, allerdings fallen die häufigsten darunter. Prinzipiell sind nur IgE-vermittelte Allergien dieser Behandlung zugänglich. Beim Heuschnupfen und der Mehlallergie liegen die Erfolgsaussichten am höchsten, je nach Angabe bei 50 bis 90%. In ca. 25% ist eine deutliche Besserung zu erzielen.

Etwas schlechter stehen die Chancen bei der Hausstaubmilbenallergie, doch ist ein Behandlungsversuch trotzdem im Einzelfall empfehlenswert. Die lange und teure Therapie wird vor allem solchen Personen empfohlen, die besonders starke oder anders schlecht therapierbare Allergien haben. Eine allgemeine Empfehlung ist aber schwierig zu geben, da diese Frage besser bei Kenntnis des Einzelfalls zu beantworten ist. Wenden Sie sich mit Fragen am besten an Ihren Arzt oder Apotheker.

Cortison – unbeliebt, aber wirksam

Kaum ein Medikament, zumindest in der Allergietherapie, ist so verpönt wie das Cortison; dabei wird dieser Stoff nicht nur von den Patienten, sondern auch von den Ärzten kontrovers diskutiert. Was aber ist denn Cortison eigentlich, und wie kommt es zu der etwas zweifelhaften Prominenz dieses Medikamentes?

Zunächst sollte man besser von Kortikoiden oder noch besser von Glukokortikoiden sprechen, da Cortison nur ein Mitglied der großen Glukokortikoidfamilie ist. Kortikoide sind körpereigene Hormone, die in der Rinde der Nebennieren gebildet werden. Ihre Aufgaben sind vielfältig: In Bezug auf die Allergietherapie interessieren uns vor allem die Wirkungen auf das Immunsystem. Glukokortikoide unterdrücken Immunreaktionen schnell und wirksam, was vor allem in der Notfalltherapie oft von unschätzbarem Wert ist. Aber auch abseits von Notfällen hat das Cortison einen festen und berechtigten Platz in der Allergietherapie, wenn sichergestellt ist, dass es nicht unkritisch und vor allem nicht zu lange oder in zu hoher Dosierung angewendet wird. Denn Tatsache ist, dass Kortikoide zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Hautverdünnung, Akne und anderen Erkrankungen führen können.
Diese Erfahrung hat man gemacht, als in den fünfziger Jahren Cortisonpräparate neu auf dem Markt kamen und plötzlich die Behandlung von Krankheiten ermöglichten, die zuvor nur sehr wenig zufriedenstellend therapiert werden konnten, zum Beispiel quälender Juckreiz, rheumatische Erkrankungen und – natürlich – Überempfindlichkeitsreaktionen. Fortan als Wundermittel leichtfertig eingesetzt, traten bald in großer Zahl ernsthafte Nebenwirkungen auf.

Mittlerweile gibt es eine fast unüberschaubare Vielzahl unterschiedlicher Cortisonpräparate mit unterschiedlicher Wirksamkeit (die stärksten, zum Teil synthetisch entwickelten Formen sind ca. 200 Mal wirksamer als die schwachen Kortikoide) und mit verwirrenden Namen wie „Betamethasonvalerat“, „Triamcinolonacetonid“ oder „Halomethasonmonohydrat“. Aber nur keine Angst, derartige Buchstabenansammlungen müssen nur Ärzte und Apotheker auswendig lernen. An dieser Stelle dienen sie nur der Verdeutlichung: Cortison ist nicht gleich Cortison. Das bedeutet aber auch, dass Kortikoide auf gar keinen Fall in eigener Regie eingenommen werden dürfen. Die Entscheidung über sowohl Dosierung als auch Präparat obliegt einzig und allein Ihrem Arzt! Bei der Vielzahl an unterschiedlich starken Präparaten kann ein unbedacht eingenommenes Kortikoid zur reinsten Nebenwirkungs-Lotterie werden.

Wer sollte Cortison einnehmen?

Glukokortikoide sind ein wirksamer Rettungsanker, wenn andere Therapieansätze nicht die erwünschte Wirkung zeigen. Äußerlich und lokal angewendet, beispielsweise als Salbe oder auch in der Asthmatherapie als Inhalationsspray, sind sie zwar nicht frei von Nebenwirkungen, aber ihr Auftreten ist bei korrekter Befolgung der Anweisungen, wie das Präparat anzuwenden ist, nicht sehr wahrscheinlich. Trotzdem muss die Empfehlung wiederholt werden, Kortikoide nicht leichtfertig anzuwenden, auf jeden Fall aber nicht ohne fachlichen Rat.