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Geschichte der Kosmetik

Schön zu sein war schon immer ein Wunsch der Menschen...

Seit Tausenden von Jahren ist es das Bestreben aller Frauen, jung, schön und begehrenswert zu sein. Als wichtigstes Requisit zur Verwirklichung dieses Bestrebens war und ist bis heute der Spiegel.

Die Menschen in der Steinzeit hatten nur das klare Wasser der Quellen und Bäche, um sich darin betrachten zu können. Aus der Bronzezeit gibt es schon Funde von geschliffenen Bronzeflächen. Diese waren wohl die ersten handgefertigten Spiegel. Noch viele andere Funde lassen darauf schließen, dass die Anfänge der Kosmetik schon eine große Rolle bei den Urvölkern spielte.

Man fand in Gräbern von Eiszeitmenschen geriebene Farben aus Kreide und Holzkohle zum Bemalen der Haut. Außerdem wurden kunstvoll gefertigte Kämme aus Knochenteilen, Schmucknadeln aus Bein, Ketten aus Muscheln und Steinen gefunden. Dies bestätigt, dass sich schon die Menschen der Frühgeschichte schmückten und zurecht machten. Mit unserer heutigen Vorstellung von Kosmetik hat das allerdings noch recht wenig zu tun. Kosmetik in unserem Sinne existiert, seitdem es Kulturvölker gibt.

Das Wort "Kosmetik" ist abgeleitet vom griechischen Wort "kosmo". Dieses bedeutet schmücken, anordnen, zu Ehre bringen

Man sagt, dass es zuerst die Ägypter waren, die neben ihrer hoch entwickelten Kultur und feinen Lebensart auch eine umfassende Körper- und Schönheitspflege hatten. Diese stand in enger Beziehung zu der Medizin. Als Denkmal für die Kunst der dekorativen Kosmetik dieser Zeit fand man die noch fast unversehrt erhaltene Kalksteinbüste der Königin Nofretete (14. Jahrhundert v. Chr.).

In den Gräbern von Frauen fand man Spiegel, Salben und Schminkspiegel, Duftöle und mit Zinnober gefärbte Lippenschminke. Die Frauen der gehobenen Schicht hielten sich Sklavinnen, die sie regelmäßig badeten, massierten, salbten und schminkten. Aber auch die einfachen Frauen ölten und "schmückten" sich. Da damals helle Haut als vornehm galt, waren die Farbschattierungen dezent hell, fast schon weiß gehalten. Zur Pflege diente den Frauen damals Olivenöl, Wollwachs, Milch, Honig, Kleie und Heilerde.

Einige Rezepte haben sich bis heute in die "moderne" Kosmetik erhalten. Zum Beispiel eine Heilmaske aus Wein, Maulbeersaft und Birkenkraut oder die "Maske Kleopatra": Sie besteht aus Eigelb, Milch, Honig und Kieselerde. Sie ist benannt nach der letzten regierenden Königin Ägyptens (51 - 30 v. Chr.). Von Ägypten aus nahm die Bedeutung der Kosmetik auch in anderen Ländern zu.

In Griechenland galt der Leitsatz "ein gesunder Geist in einem ebenmäßig schönen Körper". Bildwerke aus dieser Zeit zeigen männliche und weibliche Körper von faszinierender Schönheit und Ausstrahlung. Zum Alltag der griechischen Menschen gehörten Bäder, Sport, Massagen und eine auf gesunde Diät abgestimmte Ernährung.

Der Begründer der klassischen Medizi, Hippokrates (460 - 377 v.Chr.), stellte einige kosmetische Rezepturen her, die "Kosmeten". Diese wurden meistens von Sklavinnen praktisch angewandt. Die Griechinnen "schmückten" sich auch in hellen Farbtönen. Sie betonten ihre Augen und Lippen. Die Haare wurden gekräuselt und kunstvoll hochgesteckt. Die Salbenöle, die auch von den Männern benutzt wurden, dufteten süß und kräftig. Damals war Griechenland das bedeutendste Ausfuhrland von kostbaren Duftstoffen, Ölen und Schafswollfetten.

Schönheit durch Baden

Bei den Römern wurde als erstes das Wort "decorativ" für Kosmetik verwendet, das wir heute bei unserer Bezeichnung für dekorative (schmückende) Kosmetik wiederfinden. Die Römerin reinigte ihr Gesicht mit Milch und bemalte ihre Nägel farbig, was wir heute auch noch machen. Die zweite Frau von Kaiser Nero (62 - 65 n.Chr.) soll in Eselsmilch gebadet haben. Dafür mussten einige Hunderte von Eseln gemolken werden. Ihre Wanne aus Alabaster ist heute noch im Museum des Vatikans zu besichtigen.

Als Griechenland in das römische Provinzsystem einbezogen wurde, übernahmen die Römer auch die hohe Kunst der Körperpflege. Es wurden geschulte griechische Kosmeten ins Land geholt, und man errichtete Badehäuser und Thermen. Die vornehmen Römer verbrachten oft ganze Tage in den Thermen. Sie wendeten Heißluft und Wechselduschen an, salbten und parfümierten sich mit teuren Ölen. Im Mittelalter entwickelte sich der römische "Badekult" der Oberschicht zum Volksbad.

Es gab öffentliche Badestuben, wo Männer und Frauen gemeinsam in Wannen aus Holz badeten. Sie wurden von dem so genannten "Bader" beaufsichtigt. Dieser neue, später "anrüchige" pseudomedizinische Beruf entwickelte sich rasch und fand vor allem bei den ärmeren Leuten großen Anklang. Von dem "Bader" wurde einfach alles gemacht. Er richtete die Bäder her, massierte, salbte, rasierte und frisierte. Er behandelte auch Hühneraugen, Wunden, Zerrungen aller Art und verwendete dabei Kräuterkompressen und Aufgüsse. So kamen die Kräuter in dieser Zeit allgemein groß in Mode. Sie wurden ins Wannenbad, Gesichtsdampfbad, Gesundheitstee oder in den verzauberten "Liebestrank" gegeben.

Abkehr von der Reinlichkeit

Die Kreuzritter brachten aus dem Orient Gewürze, Mixturen und ganz neue Duftstoffe, wie z.B. Ambra, Zibeth oder Moschus mit. Von den Arabern wurde der Gebrauch des konzentrierten Alkohols gelehrt.

Der Austausch von Kulturen und Bräuchen durch die Völkerwanderung hatte nicht nur seine guten Seiten. Es wurden schwere Infektionskrankheiten wie z.B. die Pest, Cholera und Pocken nach Europa gebracht. Die Angst der Menschen vor Ansteckung hielt sie davon ab, die öffentlichen Badestuben zu besuchen, was zur Folge hatte, dass diese geschlossen werden mussten. Diese Notwendigkeit war dann praktisch lange das Ende der Wasserhygiene und der systematischen Körperpflege.

Auch die Renaissancezeit brachte keine Rückkehr zur Reinlichkeit. Anstelle von Wasser zum Waschen wurden Duftwässer, Dufttücher und große Fächer, die starke Düfte verbreiteten, verwendet. Statt zu baden, "beduftete" man sich. Am Hofe der Katherina von Medici (1519 - 1589), Frau von dem späteren König Heinrich II, gab es keine Badegelegenheit. Es wurde in sechs Jahren ein paar Mal umgezogen, um den durch Unsauberkeit und Gestank unbewohnbar gewordenen Räumen zu entfliehen.

Die ärmere Bevölkerung jedoch badete noch im Freien. Dies wurde aber von "vornehmen Herren" als eine unfeine Art der Körperpflege bezeichnet. Dagegen wurden die Haare in der Renaissance sehr gepflegt. Die Farbe Blond war bevorzugt. Es wurden kunstvolle Frisuren aus gelocktem und gekräuseltem Haar erstellt. Das Gesicht dagegen wirkte für unseren Geschmack leer und kühl. Die Augen wurden nicht geschminkt. Sehr schmale Lippen und Augenbrauen und eine betont hoch gewölbte Stirn entsprachen dem Schönheitsideal.

Perücken und Reismehlpuder

Die Zeit des Barock (17. Jahrhundert) brachte die Perücken mit sich. Es wurden von den Damen und Herren üppige, stark parfümierte Perücken getragen. Die eigenen Haare waren kurz geschoren. Es waren zwei neue Berufe geboren: der Perückenmacher und der Friseur.

Im Gegensatz zur Renaissance schminkten sich die Damen ihre Augen und betonten die Brauen. Die Wangen wurden rosig und die Lippen kräftig rot geschminkt. Das Gesicht und Dekolleté wurde mit Reismehl, das als Puder diente, gepudert. Da die vornehmen Frauen immer noch nichts von einer gründlichen Reinigung hielten und stattdessen nur ihre Fingerspitzen mit parfümiertem Wasser befeuchteten und ihr Gesicht so "reinigten", bildeten sich unter der ständigen Puderschicht bald starke Hautunreinheiten. Diese wurden mit seidenen "Schönheitspflästerchen" überklebt. Um die Gerüche der mangelnden Hygiene zu vertuschen, betupften sie sich ringsum mit starken exotischen Düften.

Nach dem bombastischen Barock wurde im verspielten Rokoko das Gesicht in zarten Pastellfarben geschminkt, und man trug auch keine Perücken mehr. Die "Schönheitspflästerchen" gab es in allen Schattierungen und Stoffarten. Diese wurden neckisch auf das Gesicht und Dekolleté gesetzt und galten als verführerisch.

Die Frauen verbrachten oft ganze Tage vor dem Spiegel, um sich für den Abend zurechtzumachen. Ihr Bestreben war es, ewig jung und schön zu bleiben. So schrieb die damals von allen so umschwärmte Marquise de Pompadour in einem Brief: "Eine schöne Frau fürchtet den Tod nicht so sehr wie den Verlust ihrer Schönheit und Jugend."

Wiedergeburt der Seife

Die klassizistische Stilrichtung des Empire brachte für Kosmetik und Mode eine Wende. Es wurde alles natürlicher. Das Make-up wurde zart und zurückhaltend aufgetragen. Übermäßiges Schminken und Pudern galt nicht mehr als fein. Die Haare wurden kurz gelockt oder offen auf die Schulter fallend getragen. Aber das Wichtigste war: Es wurde wieder gebadet.

Die über 500 Jahre verpönte Seife kam endlich wieder in Mode. Der Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 - 1897) aus Wörishofen war es, der neue Maßstäbe für die Gesunderhaltung und Hygiene des Körpers setzte. Er wandte Wassergüsse, Wickeln und Bäder an. Im 19. Jahrhundert fiel die viel freier und legerer gewordene Mode und Kosmetik noch einmal zurück. Die Haare wurden wieder hoch toupiert, und es wurde wieder aufdringlich parfümiert. Es wurde nicht mehr gepudert und geschminkt. Das Gesicht war blass.

Die "goldenen Zwanziger"

Nach dem 1. Weltkrieg, in den so genannten "goldenen Zwanzigern", gelang der modernen Kosmetik endlich der weltweite Durchbruch. Es war die Charleston- und Ragtime-Zeit. Die Haare wurden zum Pagenkopf geschnitten, die Augen wurden dunkel umrandet und die Lippen dunkelrot geschminkt. Die Brauen wurden schmal gezupft, und man verwendete Puder.

Es gab keine strengen Regeln für das Make-up. Auf die Körperpflege wurde großen Wert gelegt. Als besonders chic galt das Sauna-Baden. Die Kosmetiksalons, anfangs nur für die feine Gesellschaft gedacht, schossen wie Pilze aus dem Boden. Der Beruf der Kosmetikerin wurde durch eine fachliche Ausbildung seriös und attraktiv.

Der 2. Weltkrieg warf das Bewusstsein für Kosmetik noch einmal aus der Bahn, aber sehr schnell erwachte eine "Ära" der Kosmetik und Mode. Zuerst wurde von Frankreich der so genannte "new look" noch diktiert. Aber es dauerte nicht lange, bis dieses zukunftsorientierte Geschäft von den USA übernommen wurde. Der europäische Markt wurde geradezu von Kosmetikprodukten überflutet.

Kosmetik heute

Heute hat die moderne Ganzheitskosmetik ihren festen Platz in unserem täglichen Lebensrhythmus eingenommen. Man rechnet heute im Durchschnitt eindreiviertel Stunden für die Gesichts- und Körperpflege, Hygiene und Sportarten. Kosmetik ist also für die Frau und den Mann von heute kein Zauberwort mehr. Auch wissen wir längst, dass Gesichts- und Körperpflege keine ewige Jugend versprechen können. Man hat sich nur die Aufgabe gestellt, den natürlichen Alterungsprozess möglichst lange herauszuzögern. Die Werbung und Presse informiert uns über die Neuheiten und die neuesten Erkenntnisse auf dem Markt. In fast jeder Zeitschrift findet man Pflegetipps für Haut und Make-up.

Wenn wir die Geschichte der Kosmetik verfolgen, stellen wir fest, dass es in jeder Zeit eine Stilrichtung für das Schminken und Pflegen gegeben hat. Die damals "aufdringliche" und deshalb verpönte "Schminke" machte dem dezenten "Make-up" Platz. Die Frau von heute macht sich zurecht, dass heißt, sie unterstreicht optisch ihre Vorzüge und lässt Unvorteilhaftes in den Hintergrund treten.

Das Make-up ist also nicht zur maskenhaften Gesichtsveränderung da. Es betont die Natürlichkeit der Frau in jedem Alter. Ausnahme sind nur noch besondere "Anlässe" (Laufsteg, Foto, Braut usw.).