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Anti-Aging-Medizin

Jungbrunnen-Cocktails mit Risiko

Jugendliche Erscheinung und ein langes Leben – das versprechen unzählige Produkte der so genannten Anti-Aging-Medizin. Sie sollen das biologische Alter herabsetzen, den Körper fitter und schöner machen, uns vor Krankheiten schützen und so die Lebensfreude möglichst lange bewahren.

Vitaminpräparate zur Nahrungsergänzung sind in jedem Supermarkt erhältlich, und Hormontherapien sollen vor Alterskrankheiten bewahren. Doch was kann man mit solchen Produkten erreichen, und welche Risiken verbergen sich hinter den Hormonpräparaten und Schönheitspillen?

Biologisches Alter und Altern

Das biologische Alter dient zur ungefähren Berechnung der Lebenserwartung: je niedriger das biologische Alter im Vergleich zum tatsächlichen Alter, desto höher die vermutliche Lebenserwartung.

Zur Festlegung des ungefähren biologischen Alters dienen sechs Kriterien. Dazu gehören die Funktionstüchtigkeit der inneren Organe und Sinnesorgane sowie die Beschaffenheit von Haut und Haaren. Wichtig sind außerdem das Verhältnis von Muskelmasse zu Körperfett und die Knochendichte und Festigkeit des Skelettsystems. Als letzter Punkt geht die geistige Fitness in die Bewertung mit ein.

Doch wovon ist abhängig, wie weit das biologische und das tatsächliche Alter auseinander liegen? Was lässt uns langsamer oder auch schneller altern? Schädigende äußere Einflüsse sind ein Punkt, der für die Abnutzung der Organe verantwortlich ist. Hierzu gehören eine falsche Lebensweise mit übermäßigem Stress und schlechter Ernährung genauso wie Krankheiten oder Umweltgifte. Auch die Entstehung aggressiver Sauerstoffverbindungen im Stoffwechsel trägt zur Beeinträchtigung der Körperfunktionen bei.

Die Lebensdauer einer Zelle wird durch die Lebenszeit der in ihren Chromosomen gespeicherten Erbinformationen bestimmt. Zu ihrem Schutz tragen die Chromosomen an ihren Enden so genannte Telomere. Bei jeder Zellteilung geht ein Stück davon verloren; die Zelle altert. Sind die Telomere aufgebraucht, wird die Zelle funktionsunfähig und kann sich nicht mehr teilen. In Einzellern, Keimzellen und bei manchen Krebszellen gibt es ein Enzym, das die Telomere nach jeder Teilung wieder verlängert, die Zelle altert somit langsamer.

Anti-Aging-Medizin

In der Anti-Aging Medizin wird versprochen, mit unterschiedlichsten Nahrungsergänzungsmitteln und anderen Wirkstoffen eine jugendliche Frische und ein langes Leben zu erreichen. Der Slogan lautet: Alterung verzögern, Krankheiten vorbeugen, mentale Kraft erhalten. Dazu wird die Einnahme von Präparaten mit Wachstums- und Sexualhormonen oder Antioxidantien empfohlen.

Seriöse Wissenschaftler und Verbraucherschützer sehen in den Nahrungsergänzungspräparaten, die ein langes Leben in ewiger Jugend suggerieren, lediglich ein Mittel, den Leuten jede Menge Geld aus der Tasche zu ziehen. Nicht nur, dass die Präparate oft einfach überteuert angeboten werden, einige Präparate können sogar schädliche Wirkungen auf den Organismus haben.

Oft werden Produkte angeboten, die eine Vielzahl an Inhaltsstoffen enthalten. Dies kann zu negativen Wechselwirkungen oder auch zu Überdosierungen einzelner Stoffe führen. Zum Beispiel hemmt zu viel Calcium oder Zink die Resorption von Eisen. Zwischen der Einnahme von Vitamin-E-Präparaten und Eisen-III-Präparaten sollte ein Zeitraum von mindestens vier Stunden liegen. Außerdem konkurrieren Magnesium und Zink und sollten daher nicht gleichzeitig eingenommen werden.
Auch Auswirkungen auf Arzneimittel, die zusätzlich eingenommen werden, sind nicht auszuschließen; dazu gehören z.B. Antidiabetika, Bluthochdruckmedikamente und Gerinnungshemmer, aber auch die Antibabypille.

Hormontherapie

Die Nebenwirkungen von Hormontherapien können noch erheblicher sein: Schlaganfall, Herzinfarkt und Krebs. Eine vermeintliche Wunderwirkung auf den Alterungsprozess und das Wohlbefinden könnte auf längere Sicht also mit einem erhöhten Krankheitsrisiko bezahlt werden.

Skepsis ist vor allem bei Hormonpräparaten mit Wachstumshormonen angebracht, denn es bringt nicht nur die Teilung gesunder Zellen in Schwung, sondern kann auch die Entstehung bösartiger Zellen fördern. Hormonersatz mit Östrogenen kann ohne Diagnostik und Therapiekontrolle das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Thrombosen und gynäkologischen Tumoren erhöhen. Auch das Hormon Melatonin sollte nur in ärztlich verordneter Dosierung und zeitlich begrenzt eingenommen werden, da dieses Hormon mit der Entstehung von Krebs an Nieren und Leber in Verbindung gebracht wird.

Viele Präparate sind in Deutschland nicht erhältlich, können aber über internationale Apotheken bezogen werden. Gerade hier ist Vorsicht geboten, da regelmäßige Kontrollen der Inhaltsstoffe und Konzentrationsangaben fehlen können.

Nur bei wirklichem Mangel ist ein individueller Ausgleich von Hormondefiziten und Vitalstoffen nach eingehender ärztlicher Analyse sinnvoll und kann den Körper gesund erhalten. Eine unkontrollierte Einnahme ist jedoch nicht zu empfehlen, denn weder die Unbedenklichkeit noch die lebensverlängernde Wirkung sind bislang zweifelsfrei erwiesen.

Wie man sich natürlich jung halten kann

Ganz ohne die Einnahme zweifelhafter Präparate gibt es einige wirksame Methoden, den Alterungsprozess zu verlangsamen und den Körper frisch und gesund zu halten. Wichtige Faktoren sind Tabakabstinenz, wenig Alkohol und ein gesundes Gewicht. Einem Vitamin- und Mineralstoffmangel kann durch eine ausgewogene Ernährung vorgebeugt werden. Auch regelmäßige Bewegung und eine ausgeglichene Psyche bringen laut Experten einen Gewinn an Lebensjahren.