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Nie mehr Brille?

Laser-Augenoperation als dauerhafte Lösung

Fast ein Viertel aller Menschen ist kurzsichtig, weitsichtig oder hat eine Hornhautverkrümmung. Bis vor einigen Jahren waren Brillen und Kontaktlinsen die einzige Möglichkeit, Sehfehler zu korrigieren. Das Tragen von Sehhilfen ist aber nicht immer unproblematisch.

Denken Sie nur an Wassersportler oder gar an Piloten, für die eine Fehlsichtigkeit das Aus bedeuten kann. Wird es bald keine Brillen oder Kontaktlinsen mehr geben? Sehr vielversprechend sind neue Operationsmethoden, bei denen mit einem Laser Teile der Hornhaut abgetragen werden. Doch was kann dabei schief gehen?

Wie kann das funktionieren?

Um das Prinzip dieser Laseroperationen verstehen zu können, muss man zunächst einige Hintergründe kennen: Um scharf zu sehen, müssen alle Teile des Auges genau aufeinander abgestimmt sein. Hornhaut und Linse müssen das Licht so bündeln, dass es auf der Netzhaut an der Rückseite der Augen scharf abgebildet wird. Auch die Hornhaut, der vorderste durchsichtige Teil des Auges, wirkt als Linse. Auf der Netzhaut befinden sich die Sinneszellen für unser Sehen. Dazu muss der Brennpunkt dieser beiden „Linsen“ genau auf der Netzhaut liegen. Fehlsichtigkeit beruht auf einem ungünstigen Verhältnis von Brechkraft und Entfernung der Netzhaut von den „Linsen“.

Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie hätten bei einem Diaprojektor das Bild an der Wand scharf eingestellt. Wenn nun jemand die Entfernung zur Leinwand verändert oder am Objektiv dreht, wird es wieder unscharf. Bei Kurzsichtigen liegt dieser Brennpunkt vor der Netzhaut, bei Weitsichtigen liegt er hinter der Netzhaut. Brillen oder Kontaktlinsen für Kurzsichtige streuen das einfallende Licht, Sehhilfen für Weitsichtige bündeln es. Sollten Sie also jemals vorhaben, etwas mit Ihrer Brille in Brand zu stecken, ist das nur möglich, wenn Sie weitsichtig sind. Nur die Weitsichtigen-Brillen bündeln das Licht!

Bei den neuen Laseroperationsverfahren werden Teile der Hornhaut abgetragen. Es wird also die Brechkraft einer der am Strahlengang des Lichts beteiligten Linsen verändert. Im Prinzip funktioniert dies genau wie beim Schleifen einer Linse: Bei Kurzsichtigen wird mehr in der Mitte abgetragen, die Hornhaut streut das Licht vermehrt, und der Brennpunkt rückt in Richtung der Netzhaut. Bei Weitsichtigen wird mehr am Rand abgetragen; dadurch wird das einfallende Licht vermehrt gebündelt, und der Brennpunkt rückt ebenfalls näher an die Netzhaut. Bei Menschen, die stabsichtig sind, ist die Hornhaut komplexer verformt. Sie ist nur an bestimmten Stellen „eingebeult“. Hier werden mit dem Laser die Unebenheiten ausgeglichen.

Zwei Operationsverfahren

Wegbereitend für Laseroperationen an der Hornhaut war die Einführung der Excimerlasertechnologie in die Augenheilkunde in den achtziger Jahren. Dabei handelt es sich um UV-Licht ausstrahlende Lasergeräte. Pro Schuss wird eine exakt eingestellte Gewebsabtragung bewirkt, das Gewebe wird dabei förmlich verdampft.

Beim zuerst entwickelten Operationsverfahren, der so genannten PRK-Methode (photorefraktive Keratotomie), wird die nötige Gewebsverdampfung zur Änderung der Hornhautbrechkraft direkt an der Hornhautoberfläche vorgenommen. Dabei entstehen relativ große Wunden auf der Hornhaut. Je größer die Wunde, um so mehr Komplikationen können bei der Heilung entstehen. Deshalb wird dieses Verfahren heute eher für die Korrektur von leichter Kurzsichtigkeit eingesetzt, weil hier nur eine relativ kleine Wunde entsteht.

Erst vor ungefähr zehn Jahren wurde eine andere Operationstechnik von einem griechischen Augenarzt entwickelt, die LASIK-Methode. LASIK ist die Abkürzung für Laser-in-situ-Keratomileusis. Hierbei wird mittels eines automatisch gesteuerten scharfen Hobelmessers ein dünnes Scheibchen der Hornhaut teilweise eingeschnitten und wie ein Buchdeckel aufgeklappt. Dann erst werden mit dem Laser die tieferen Hornhautschichten modelliert. Der anschließend zurückgeklappte Deckel verschließt die Hornhaut so perfekt, dass verzögerte Wundheilung und starke Schmerzen praktisch nicht mehr auftreten. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die Operationen im Normalfall ambulant durchgeführt werden können und die Patienten während des Eingriffs bei vollem Bewusstsein bleiben. Anschließend können sie meist schnell wieder nach Hause gehen.

Die Risiken

Leider werden Messer und Laser wohl auch in Zukunft Brille und Kontaktlinse nicht komplett ablösen können, denn der operative Eingriff hat auch seine Risiken. Von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA wurden schon über 1000 Fälle untersucht, bei denen die LASIK-Methode keine optimalen Ergebnisse gebracht hat. Es zeigte sich dabei, dass bei über 15 Prozent aller Operationen die Fehlsichtigkeit nicht ausreichend oder sogar zu stark korrigiert worden war. Bei dreieinhalb Prozent der Patienten kam es zu Blendungserscheinungen, weitere drei Prozent sahen nach dem Eingriff sogar schlechter als zuvor mit Brille oder Kontaktlinsen. Bei einigen musste sogar eine neue Hornhaut transplantiert werden. Da es sich um relativ neue Verfahren handelt, liegen noch keine Langzeitergebnisse vor. Niemand weiß genau, wie sich die Hornhaut nach vielen Jahren entwickelt.

Wer kommt für die Operation überhaupt in Frage?

Wie bei fast allen Operationsverfahren, ist auch die LASIK-Methode nicht bei allen Patienten und jeder Art von Fehlsichtigkeit anwendbar. Die Patienten sollten über 18, aber unter 65 Jahren sein und nicht an schweren Krankheiten, zum Beispiel Diabetes mellitus oder rheumatischer Art, leiden. Auch bei schwangeren Frauen darf die Operation nicht durchgeführt werden.

Das Verfahren wird bei Kurzsichtigkeit bis zirka minus zehn Dioptrien, bei Weitsichtigkeit bis zirka plus fünf Dioptrien eingesetzt. Wer weniger als fünf Dioptrien hat und sich dennoch operieren lassen will, sollte eher auf die zuerst genannte PRK-Methode zurückgreifen. Ratsam ist der Eingriff nur für Personen, die aus beruflichen Gründen keine Brillen tragen können. Doch Achtung: Die deutsche Luftwaffe nimmt keine Piloten auf, die nach der LASIK-Methode am Auge operiert sind.