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Kamille

Der Name Kamille kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Erdapfel“

Wegen ihrer gelben Blütenköpfchen und den dazu strahlenförmig abgehenden weißen Zungenblüten verehrten die alten Ägypter die Kamille als Blume des Sonnengottes. Auch im griechischen und römischen Altertum wurde sie hoch geschätzt. Ihre zahlreichen volkstümlichen Namen wie Mutterkraut, Mägdeblümle, Kummerblume oder Apfelkraut zeigen ihre große Bedeutung im Brauchtum.

Die bis zu 50 cm hohe, fast kahle, einjährige echte Kamille gehört zur Familie der Korbblütler. Sie wächst auf kargen Standorten und hat im Gegensatz zur weit verbreiteten Hundskamille einen hohlen Blütenboden, weit nach unten geschlagene weiße Blütenblätter und duftet apfelähnlich. Die Kamille blüht von Mai bis August an Wegrändern und auf Ödland. Ihre Blüten und Blätter können von Spätfrühling bis Spätsommer gesammelt werden.

Wirkstoffe

Die gründlich erforschten Kamillenwirkstoffe rechtfertigen ihre hohe Wertschätzung seit der Antike. Die Kamille enthält hauptsächlich ätherische Öle (z.B. Bisabolol), Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe.

Die ätherischen Öle besitzen entzündungshemmende, wundheilende und krampflösende Eigenschaften. Zusätzlich wird eine Wirkung gegen Bakterien und Pilze beschrieben. Ferner bewirkt das in dem Öl enthaltende Alpha-Bisabolol eine Linderung von peptischen Beschwerden des Magens. Flavonoide wirken ebenfalls krampflösend und nach neueren Erkenntnissen auch entzündungshemmend.

Bei der Anwendung der Kamille sollte beachtet werden, dass die Inhaltsstoffe in der jeweiligen Arzneiform durch die Art der Zubereitung beeinflusst werden. Das ätherische Öl ist nur in alkoholischen Zubereitungen und in Destillaten in ausreichender Konzentration vorhanden. Die Flavonoide dagegen sind auch in wässrigen Zubereitungen, z.B. im Kamillentee, enthalten.

Anwendung und Wirkung

Von der Pflanze Kamille werden in der Regel die Blüten, manchmal auch die Wurzeln verwendet. Die Kamillenblüten werden in Form des Kamillentees oder als Kamillenextrakte verwendet, wobei diese innerlich oder äußerlich angewendet werden können. Die Herstellung der Kamillenextrakte erfolgt in der Regel durch den Einsatz von Alkohol. Daher kann Kamillenextrakt erhebliche Mengen an Alkohol enthalten. Für die Verwendung bei Kindern oder alkoholkranken Personen ist dieses unbedingt zu beachten. Die pharmazeutische Industrie bietet außerdem viele Cremes, Salben und Tees an, die ohne Rezept in jeder Apotheke erhältlich sind.

Kamillentee ist beliebt und sehr verbreitet, da er auch uneingeschränkt für Kinder geeignet ist. Als ein mildes Beruhigungsmittel erfolgt die innerliche Anwendung bei Störungen im Magen-Darm-Bereich, die mit Krämpfen einhergehen, sowie bei Durchfällen, Blähungen, Sodbrennen und Brechreiz. Kamille hilft ebenfalls bei Menstruationskrämpfen.

Altbekannt ist auch die Kamillenrollkur: Man trinkt mehrere Tassen Kamillentee und legt sich dann nacheinander auf Bauch, Rücken und beide Seiten, um die heilsamen Wirkstoffe auf alle Teile der Magenschleimhaut einwirken zu lassen.

Eine äußerliche Anwendung erfolgt bei Haut- und Schleimhautentzündungen, einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches. Für empfindliche und beanspruchte Haut sind Cremes mit Kamille sehr gut geeignet. Sie beruhigen und pflegen die Haut. Umschläge mildern Hautausschläge, Sitzbäder heilen Entzündungen im Genital- und Afterbereich.

Ein Kamillenaufguss eignet sich zur Inhalation bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege, verstopfter Nase und gereizten Schleimhäuten. Haarspülungen mit Kamillentee bleichen blondes Haar und verleihen ihm Glanz.

Vorsicht vor Augenreizungen

Im Bereich der Augen sollten Umschläge mit Kamillenblüten wegen möglicher Bindehautreizung durch Keime und die feinen Härchen der Kamillenblüten nicht angewendet werden. Hier sollte man nur geeignete Zubereitungen aus der Apotheke verwenden. Kamillentee entzieht dem Körper Wasser und sollte deshalb nicht als Dauergetränk verwendet werden. Sehr selten tritt eine Korbblütler-Allergie auf, dann dürfen keine Kamilleprodukte angewendet werden.

(Bild: Hemera, PhotoObjects Deluxe)