Seitenanfang

Unsere Adresse

Petersbogen-Apotheke e.K.
Petersstraße 36-44
04109 Leipzig
Telefon: 0341 / 355 20 333
Telefax: 0341 / 355 20 334
www.petersbogen-apotheke.de
info@petersbogen-apotheke.de

Unsere Öffnungszeiten

Mo - Sa:09:00 - 20:00 Uhr

Sie erreichen uns Montag - Freitag ab 08.00 Uhr am Notdienstschalter.

Wir sind zertifiziert!

Veranstaltungskalender

Zecken: Die "winzige" Gefahr...

Wissenswertes über Zecken

Was viele nicht wissen: Die Zeckensaison dauert bis weit in den Herbst hinein an. Auch wenn der Sommer vorüber ist, sollte man weiterhin im Freien wachsam sein. Erst bei Temperaturen unter zehn Grad wird es den kleinen Tierchen zu kalt und sie ziehen sich zurück.

Typische Lebensräume aller Zecken sind hohes Gras, lichte Wälder und Büsche, in denen sie auf Blättern und Zweigen sitzen. Sie lassen sich von Menschen und Tieren abstreifen und suchen dann feuchtwarme Körperpartien auf. Zecken haben einen eiförmigen rot- bis hellbräunlichen Körper mit hartem Rückenschild von 1-2 mm Größe, in vollgesogenem Zustand bis zu 1 cm. Am kleinen, dunkler gefärbten Kopf befinden sich Mundwerkzeuge, die speziell zum Stechen und Saugen ausgebildet sind. Bei Larven findet man drei Beinpaare, bei den etwas größeren Nymphen und Adulten jeweils vier.

Welche Krankheiten können durch Zecken übertragen werden?

Als blutsaugende Parasiten sind Zecken weltweit verbreitet. Die Achtbeiner gehören zu den Spinnentieren und ernähren sich vom Blut ihres Wirtes. Während der Blutmahlzeit können Krankheitserreger von der Zecke aufgenommen werden. Diese Bakterien oder Viren befinden sich dann im Darm oder den Speicheldrüsen der Zecke und können bei einem erneuten Stich auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden. So kann der an sich harmlose Zeckenbiss zur Gefahr für den Menschen werden.

Die wichtigsten durch Zecken übertragbare Krankheiten sind die durch Viren verursachte Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und die bakteriell bedingte Borreliose. Jährlich erkranken in der Bundesrepublik etwa 50.000–60.000 Menschen an der Borreliose und 150 bis 200 Personen an FSME. Daneben können Zecken in Europa auch seltenere Krankheiten wie das Q-Fieber, Rickettsiosen, Babesiose oder die Tularämie übertragen.

FSME

Die FSME wird durch das FSME-Virus verursacht. Es löst eine Hirn- und Hirnhautentzündung aus und wird hauptsächlich von Zecken in bestimmten Endemiegebieten übertragen. Dazu gehören z. B. Waldgebiete von Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, Elsass, Ungarn, Tschechei oder Slowakei.

Zwischen dem Zeckenstich und den ersten Symptomen liegen bei der FSME ein bis drei Wochen Inkubationszeit. Dann beginnt die erste von zwei Phasen der Erkrankung, wobei nicht jede FSME-Infektion von der ersten in die zweite Phase übergeht. Diese erste Phase zeigt grippeartige Symptome mit leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen oder Schwindelgefühl.

Nach einem fieberfreien Intervall von einer Woche bis maximal drei Wochen kann es bei einem Teil der Betroffenen zu einem Befall des zentralen Nervensystems kommen.

Die Hirnhautentzündung (Meningitis) geht meist mit hohem Fieber, Nackensteifigkeit und starken Kopfschmerzen einher. Bei schweren Verläufen kann das gesamte Gehirn betroffen sein. Es kommt zu einer Gehirnentzündung (Meningoenzephalitis). Dabei können dann auch Sprach- und Schluckstörungen, Bewusstseinstrübungen, Lähmungserscheinungen und psychische Veränderungen auftreten. Zusätzlich kann es auch zu einer Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) kommen.

Sind nur die Hirnhäute betroffen, kann die Erkrankung folgenlos ausheilen. Bei Beteiligung des zentralen Nervensystems können Nervenschäden, Lähmungen, psychische Auffälligkeiten oder andauernde Kopfschmerzen zurückbleiben.

Gegen die Erkrankung gibt es keine wirksame Therapie, eine vorbeugende Impfung kann bei gefährdeten Personen durchgeführt werden.

Zeckenimpfung

Gegen die Infektion mit dem FSME-Virus gibt es eine vorbeugende aktive Impfung. Dabei wird eine kleine Menge inaktivierter Viren gespritzt, die keine Infektion auslösen sollen, den Körper aber zur Antikörper-Produktion anregen und dadurch vor einer Infektion schützen können.

In der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Die zweite Impfung wird etwa 4 Wochen nach der ersten, die dritte Impfung ein Jahr nach der ersten Impfung durchgeführt. Der Impfschutz hält dann mindestens für 3 Jahre.

Als mögliche Nebenwirkungen der Impfung können auftreten: Rötung oder Schwellung an der Impfstelle, Fieber, vorübergehend Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Im Zusammenhang mit der Impfung traten selten verschiedene Formen der Nervenentzündung sowie starke Kopfschmerzen auf. Wegen dieser möglichen Komplikationen sollte die Impfung nur durchgeführt werden, wenn eine Gefährdung wahrscheinlich ist, z. B. häufiger Aufenthalt in den FSME-Endemiegebieten.

Wer sich impfen lassen möchte sollte sich vorher eingehend von seinem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Borreliose

Erreger der Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Nach ein- bis sechswöchiger Inkubationszeit tritt als erstes Anzeichen der Infektion ein kleines rötliches Knötchen auf. Es entwickelt sich zu einem immer größer werdenden, 2 – 3cm breiten, rötlich bis bläulichen Ring (Erythema
chronicum migrans). Nach einigen Tagen verschwindet diese Rötung meist von allein. Das bedeutet aber nicht, dass die Borrelieninfektion geheilt ist, sondern die Krankheit kann dann oft unbemerkt in das nächste Stadium übergehen. Das Auftreten des „Erythema chronicum migrans“ ist immer ein sicheres Zeichen für eine Infektion und sollte deshalb sehr ernst genommen werden.

Nach der lokalen Hauterscheinung kommt es zu einer Ausbreitung der Borrelien im gesamten Körper und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Müdigkeit, Lymphknotenvergrößerungen und Kopfschmerzen. Wird die Erkrankung nicht antibiotisch behandelt, kann es zu einem Befall des Nervensystems, der Gelenke und des Herzens kommen.

Wie schütze ich mich und meine Familie vor Zeckenbissen?

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Aber man kann dennoch einiges tun, um Zeckenbisse zu vermeiden. Wichtig ist es, bei Aufenthalt in Wald und Wiesen möglichst geschlossene, lange Kleidung zu tragen. Auf heller Kleidung sind Zecken am besten zu erkennen. Hohes Gras und Unterholz sollte man meiden. Setzen Sie sich nicht ungeschützt auf den Boden, sondern benutzen Sie immer eine ausreichend große Unterlage.

Mit einem Insektenabwehrmittel (Repellent) kann man sich eine Weile schützen, da Zecken bestimmte Geruchsstoffe nicht mögen und so fernbleiben.

Nach einem Besuch im Freien in einem Zeckengebiet sollte man den ganzen Körper nach Zecken absuchen. Zecken suchen sich erst eine geeignete Stelle, bevor sie stechen, und krabbeln meist eine Zeit lang am Körper entlang. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen, deshalb sollte man sich unter den Armen, in den Kniekehlen, am Hals, auf dem Kopf (vor allem bei Kindern) und im Schritt besonders gründlich auf Zecken untersuchen.

Worauf muss ich achten, wenn ein Zecke gebissen hat?

Zecken hinterlassen nach ihrer Blutmahlzeit eine kleine juckende Einstichstelle, die mehr oder weniger stark gerötet und empfindlich sein kann. Etwa die Hälfte aller Zeckenbisse bleibt jedoch unbemerkt.

Haben Sie eine Zecke entdeckt, sollte diese sofort aus der Haut entfernt werden. Nach Möglichkeit sollte dies mit einer speziellen Zeckenzange (aus der Apotheke) erfolgen.
Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht bzw. hebelt die Zecke vorsichtig heraus. Wer sich nicht sicher ist, die Zecke richtig entfernen zu können, sollte einen Arzt aufsuchen. Da der Stechapparat einer Zecke mit den vielen Widerhaken kein Gewinde besitzt, muss die Zecke beim Entfernen weder rechts noch links gedreht werden. Quetschen ist bei der Entfernung unbedingt zu vermeiden. Auch auf die Anwendung von Öl oder Klebstoff sollte verzichtet werden. Nach der Entfernung sollte die Wunde desinfiziert werden.

Bei Auftreten von Symptomen, die zur FSME oder Borreliose passen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann die notwendigen Blutuntersuchungen veranlassen, um eine Infektion zu erkennen und bei der Diagnose einer Borreliose ein Antibiotikum verschreiben.