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Coffein

Koffein macht müde Geister munter

Sieben Uhr morgens, der Wecker rüttelt auch die kleinste Hirnwindung. Nein, heute werde ich mich nicht der Diktatur der Schelle beugen. Ich bin heute einfach krank, und diese Ratte von einer Uhr fliegt aus dem Fenster.

Doch so leicht geht das nicht, obwohl diese Gedanken schon millionenfach so gedacht worden sind. Die meisten von uns gehen bei dieser Gelegenheit den Weg des geringsten Widerstandes. Wenn man etwas nicht ändern kann, so muss man seine Einstellung dazu ändern. Und genau zu diesem Zeitpunkt taucht am Horizont des Lebens der braune Funke Hoffnung auf, der entweder schwarz, mit Milch oder Zucker getrunken wird. Natürlich ist der Frühstückskaffee gemeint, der es Tag für Tag bewerkstelligt, unserer Einstellung, oder besser gesagt, unserem Antrieb auf die Beine zu helfen. Diese wundersame Wirkung schreibt man dem Hauptwirkstoff des Kaffees, dem Coffein, zu.

Was ist Coffein?

Coffein zählt – chemisch gesehen – genau wie Morphium und Strychnin zu den Alkaloiden und heißt auf chemisch 1,3,7-Trimethylxanthin. Der Stoff ist in vielen Pflanzen enthalten; Kaffeebohnen und Mateblätter enthalten etwa ein bis eineinhalb Prozent, getrockneter Tee bis fünf Prozent und Kakaobohnen ein halbes Prozent Coffein. Für die Pflanzen ist es wahrscheinlich ein natürliches Insektizid, denn coffeinhaltige Pflanzenteile sind bei Schädlingen unbeliebt. Das im Tee enthaltene Coffein wird übrigens gelegentlich auch als Thein bezeichnet.

Nachfolgend die Coffeininhalte einiger Getränke – beachten Sie dabei aber die unterschiedlichen Mengenangaben.

  • Kaffee (125 ml): 60 - 100 mg
  • entkoffeinierter Kaffee (125 ml): 1 - 4 mg
  • Espresso (50 ml): 50 - 60 mg
  • schwarzer Tee (125 ml): 10 - 30 mg
  • Kakao (125 ml): 2 - 6 mg
  • Cola (330 ml): 40 mg
  • Energiedrink (250 ml): 80 mg

Was bewirkt es und vor allem wie?

Durch seine strukturelle Ähnlichkeit mit cyclischem Adenosin-Monophosphat, einem Stoff, der zum Beispiel bei der Übertragung von adrenalinähnlichen Hormonwirkungen in der Zelle mitwirkt, kann Coffein den Abbau von natürlichem cyclischem Adenosin-Monophosphat (abgekürzt: CAMP) verhindern. Es blockiert das zum Abbau des natürlichen cyclischen Adenosin-Monophosphats notwendige Enzym, und die Konzentration von CAMP in der Zelle steigt an. Dadurch regt Coffein das Herz, die Atmung und den Stoffwechsel an. Die Wirkung ist ähnlich wie die der adrenalinähnlichen Hormone, die bei Aktivität und Stress ausgeschüttet werden, indem es sie indirekt etwas stärker und länger wirken lässt.

Zudem erweitern sich die Gefäße im Kopf ein wenig; deshalb wird Coffein auch bei Spannungskopfschmerzen angewendet. Die Eingeweidegefäße dagegen verengen sich. Coffein wirkt diuretisch (man muss öfter Wasser lassen), leicht abführend und geistig anregend. Ob man allerdings besser denken kann, wie viele behaupten, konnte wissenschaftlich nicht belegt werden.

Vier Tassen Kaffee am Tag sind für die meisten von uns ungefährlich

Drei bis vier Tassen täglich dürfen wohl ohne Bedenken getrunken werden, wenn Ihre Herzkranzgefäße nicht zu verstopft sind. Hohe Dosen des Stoffes (ab 300 mg und mehr) können Druck in der Herzgegend, Zittern und Blutandrang zum Kopf hervorrufen. Tödliche Vergiftungen sind aber erst ab 3000 mg zu erwarten, das entspricht mehr als 30 Tassen Kaffee oder 75 Dosen Cola. Zu den Vergiftungserscheinungen zählen Krämpfe, Halluzinationen und Angina pectoris, Engegefühl des Brustkorbes. Davor brauchen Sie aber noch nicht einmal bei den Energiedrinks Angst zu haben, sie enthalten trotz der abgedruckten Warnungen nur genauso viel Coffein wie eine Tasse Kaffee. Übrigens wird Coffein bei Rauchern wesentlich schneller abgebaut, weil im Rauch Stoffe enthalten sind, die die Lebertätigkeit und damit den Abbau bestimmter Stoffe anregen.

Hin und wieder hört man davon, dass Coffein Krebs oder Osteoporose verursachen könnte. Das sind aber beides Spekulationen, die keinen realen Hintergrund zu haben scheinen.

Keinen Kaffee bei Magenproblemen?

Nicht alle Wirkungen des Kaffees können dem Coffein in die Schuhe geschoben werden. Man hat heute mehr als 600 verschiedene Stoffe im Kaffee nachgewiesen, über deren physiologische Bedeutung man bei Leibe noch wenig weiß. Seine Reizwirkung auf den Magen scheint zum Beispiel nicht von dem Coffein auszugehen, sondern durch die enthaltenen Säuren verursacht zu werden. Wer also Probleme mit dem Magen hat, braucht nicht unbedingt Entcoffeinierten zu trinken, sondern muss darauf achten, dass der Kaffee mild ist. Der Säuregehalt ist bei den Kaffees der einzelnen Anbaugebiete unterschiedlich. Kolumbianischer Kaffee zum Beispiel hat meist einen hohen Säureanteil, während Sorten aus der Dominikanischen Republik mild sind.